Endlich ist es soweit und der große Tag der Begleithundeprüfung ist gekommen! Aber wie läuft so ein Prüfungstag eigentlich ab? Ja richtig gelesen ein PrüfungsTAG, denn je nachdem, wieviel Prüflinge es gibt, kann das schon mal einen ganzen Tag dauern. Aber fangen wir mal einfach von vorne an:

Beginn der Prüfung mit Wesenstest

Ich werde alle Teile einer BHP nur grob erklären und was zu tun ist. Zu sehr ins Detail zu gehen, überstrapaziert die Länge des Artikels und ist zu umfangreich. Zum detaillierten Laufschema wird es einen gesonderten Artikel geben. Hier also nur der Ablauf:

Eine BH-Prüfung fängt in der Regel morgens früh an. Bei uns war es damals glaube ich um 9 Uhr morgens. Alle Prüflinge versammeln sich auf dem Hundeplatz und warten auf den Richter. Und dann kann es auch schon losgehen. Als erstes wird ein Wesenstest in Form von Chip ablesen durchgeführt. Der Hundeführer bringt seinen Hund (an der Leine) in die Grundstellung und wartet bis der Richter einen begrüßt. Das ist schon ein kleiner Test, ob der Hund schön sitzen bleibt, auch wenn ein Fremder auf das Herrschen oder Frauchen zugeht. Dann wird der Chip des Hundes abgelesen, um die Identität zu prüfen. Auch hier soll der Hund eigentlich auf seinen vier Buchstaben sitzen bleiben. Damit wird auch getestet, wie der Hund fremden Menschen zugetan ist. Hier kann man tatsächlich schon durchfallen, wenn der Hund falsch reagiert. Falsch reagiert heißt, dass der Hund sich das zum Beispiel überhaupt nicht gefallen lässt und nach vorne geht, knurrt oder sogar nach dem Richter schnappt. Wenn der Hund sich aber ohne Probleme den Chip ablesen lässt, war es das auch schon mit der ersten Hürde. Danach einmal tief durchatmen, bis es zum nächsten Prüfungsteil übergeht.

Der Platzteil/Unterordnung

Bei der Unterordnung geht man immer zu zweit auf den Platz. Warum, das erkläre ich gleich. Zunächst stellen sich beide Hundeführer mit ihren Hunden vor den Richter und beten folgenden Satz runter: “Hundeführer XY meldet sich zur Unterordnung mit Hund XY an”. Danach geht ein Mensch-Hund Team an eine vorher festgelegte Stelle, um die Ablage auszuführen, während das andere Team das Laufschema absolviert. Ablage heißt, dass der Hund ins Platz gelegt wird und der Hundeführer sich 30 Schritte vom Hund entfernt und dann mit dem Rücken zum Hund stehen bleibt. Je nachdem, wie schnell das andere Team mit dem Laufschema fertig wird, kann das schon mal 10 Minuten dauern. Das Laufschema beschreibt eine vorgeschriebene Abfolge von Kommandos, die der Hund ausführen muss. Das Laufschema ist immer das gleiche und muss von jedem Mensch-Hund Team sauber gearbeitet werden. Hier einmal ein anschauliches Beispiel für das Laufschema.

Sieht erstmal kompliziert aus, ist es aber nicht. Zumal das beim Training oft genug abgelaufen wird. Der erste Teil muss zweimal gelaufen werden – einmal mit und einmal ohne Leine. Danach folgt der zweite Teil des Laufschemas.

Wenn Team 1 mit dem Laufschema fertig ist, darf auch Team 2 aus der Ablage befreit werden (wenn der Hund denn liegen geblieben ist :-)).

Direkt nach der Unterordnung bekommt man vom Richter eine Beurteilung, wie es gelaufen ist und ob man zum Außenteil antreten darf. Wenn nicht, ist die Prüfung hier beendet und man hat nicht bestanden.

Der Außenteil

Beim Außenteil oder auch dem Verkehrsteil wird überprüft, wie sich der Hund in der Öffentlichkeit verhält. Wie dieser Teil der Prüfung aussieht, ist immer abhängig vom Richter. Ich erzähle euch mal wie es bei uns war: Für den Außenteil sind wir in ein nahegelegenes Einkaufsgebiet gefahren, ungefähr 5 Minuten Autofahrt waren das. Hier sollten wir zunächst schön alle im Gänsemarsch und mit den Hunden im “Fuß” gehend an klappernden Einkaufswagen, plärrenden Kindern und anderen Hunden vorbei laufen. Hierbei dürfen die Hunde sich nicht beeindrucken lassen und brav weiter bei Fuß laufen. Danach haben wir alle eine Runde durch den Fressnapf gedreht, auch hier brav an der Leine bei Fuß, ohne die Leckereien mitgehen zu lassen. Zum Schluss sollten wir einer nach dem anderen den Hund vor einem Geschäft anbinden und außer Sichtweite des Hundes verschwinden. Die anderen Prüflinge und der Richter passten natürlich auf, das keiner geklaut wird 🙂 Hier soll der Hund auch ruhig und entspannt abwarten, bis der Hundeführer wieder zurückkommt. Und somit war unser Außenteil auch schon vorbei. Es kann natürlich sein, dass man, je nach Richter, noch an Radfahrern oder Joggern vorbei muss. Aber das ist wirklich abhängig davon, wie der Richter diesen Teil der Prüfung gestalten möchte.

Wenn man diesen Teil gemeistert hat, bekommt man hoffentlich ein “Herzlichen Glückwunsch” vom Richter und der Hund ist somit ein geprüfter Begleithund. Nun bekommt man seine Leistungsurkunde und darf an Agility-Turnieren teilnehmen, wenn man das möchte 🙂

 

Über den Autor

Chrissy
Chrissy
Chrissy arbeitet als Mediengestalterin Bild & Ton wo sie hauptsächlich für ihren Sender PetsTV arbeitet. Nebenbei dreht sie Videos für ihren YouTube Kanal bei dem es sich natürlich auch hauptsächlich um Themen rund um den Hund dreht. Mit ihrem Kleinspitz Neli ist sie in der A2 small im Agility unterwegs und macht nebenbei für sich auf den Gassirunden Unterordnung.
Kategorien: BH

Chrissy

Chrissy arbeitet als Mediengestalterin Bild & Ton wo sie hauptsächlich für ihren Sender PetsTV arbeitet. Nebenbei dreht sie Videos für ihren YouTube Kanal bei dem es sich natürlich auch hauptsächlich um Themen rund um den Hund dreht. Mit ihrem Kleinspitz Neli ist sie in der A2 small im Agility unterwegs und macht nebenbei für sich auf den Gassirunden Unterordnung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.