Wer seinen Hund barft – also biologisch artgerecht roh füttert – weiß, wie wichtig eine durchdachte und ausgewogene Ernährung ist. Viele Barfer, die ihren Hund nach dem Beutetierprinzip à la Swanie Simon ernähren, möchten auch im Urlaub nicht auf diese Form der Fütterung verzichten. Doch wie lässt sich das umsetzen, wenn man unterwegs ist? In diesem Beitrag erfährst du, wie du deinen Hund auch im Urlaub sicher und stressfrei barfen kannst – mit Packliste, praktischen Tipps zur Fleischbeschaffung, Lagerung und vielem mehr.

Warum barfen im Urlaub?

Die Umstellung auf Fertigfutter – selbst nur für ein paar Tage – kommt für viele Hundehalter nicht infrage. Ein abrupter Futterwechsel kann bei empfindlichen Hunden zu Verdauungsproblemen führen. Wer zudem bewusst nach Swanie Simon barft, achtet auf eine möglichst naturnahe, frische Ernährung in korrekten Futterverhältnissen – individuell angepasst an Alter, Aktivität und Gesundheitszustand des Hundes.

Der Urlaub sollte keine Ausnahme sein – und muss es auch nicht sein. Mit ein bisschen Vorbereitung lässt sich BARF auch auf Reisen problemlos realisieren.

Was muss alles eingepackt werden?

Je nach Urlaubsart (Camping, Ferienhaus, Hotel, Ausland) variiert der Aufwand. Grundsätzlich solltest du Folgendes mitnehmen:

✅ Basis-Packliste für das Barfen im Urlaub

Kühlung & Lagerung – je nach Unterkunft bzw Auto:

  • Hochwertige Kühlbox oder Mini-Gefriertruhe

  • Akkus oder Kühlakkus

  • Thermoboxen für unterwegs

  • Dichte Frischhaltedosen oder vakuumierbare Beutel

Futterkomponenten:

  • Tiefgekühltes Fleisch für die ersten 1–3 Tage (portioniert)

  • Innereien (Leber, Niere, Milz) tiefgefroren

  • Knochen (z. B. Hühnerhälse, Kalbsbrustbein) 

  • Gemüse & Obstpüree (zuhause vorbereiten und einfrieren oder frisch vor Ort mixen)

  • Fischfilets tiefgefroren oder Fischdosen ohne Zusätze (z. B. Sardinen in Wasser)

  • Eigelb (gekocht oder roh mitnehmen; am besten im Schraubglas)

Zugegeben: ich stelle die Portionen für die Tage zuhause zusammen und frier mir die Beutel dann als „Komplett-Barf“ ein. Dann muss ich nicht die ganzen einzelnen Komponenten extra eintüten.

Zusätze & Trockenvorräte – nach Bedarf:

  • Seealgenmehl zur Jodversorgung

  • Eierschalenpulver oder Knochenmehl für Kalzium

  • Lachsöl oder Dorschlebertran (in dunkler Flasche)

  • Propolis, Heilerde, Zeolith

  • ggf. Trockenprodukte zur Überbrückung (z. B. getrocknetes Gemüse, pürierte Kräuter)

Die Liste lässt sich hier endlos erweitern. Für einen gesunden Hund braucht man die ganzen Zusätze eigentlich nicht. Wenn er an einem verlängerten Urlaubswochenende mal keine Knochen bekommt, fällt der Hund nicht gleich tot um. Für die Senioren werden allerdings oft Zusätze benötigt, die nicht vergessen werden sollten… genauso wie die Medikamente. Hier also schauen, was dein Hund wirklich braucht.

Hilfsmittel:

  • Kleine Küchenwaage

  • Schneidebrett & Messer

  • Messlöffel für Zusätze
  • Tücher oder Küchenrolle

Bevor du jetzt allerdings deine Küche ausräumst und versuchst, in dem eh schon vollen Auto alles unterzubringen: Frag mal in der Unterkunft nach, was alles vor Ort ist. Vor allem Ferienwohnungen sind ja wirklich gut ausgestattet. Im Hotel kann man sich in der Küche Messer und Brettchen ausleihen und manche Hotels bieten es dir sogar an, das Fleisch zu kühlen. Also einfach nachfragen – kostet nix 🙂

Solltet ihr in einer Hundegruppe unterwegs sein, dann sprecht euch ab, wer was mitnimmt… das spart auch einiges an Gepäck für jeden Einzelnen.

Wo bekommt man frisches Fleisch im Urlaub?

Ein Totschlag-Argument gegen das Barfen „Und was mache ich im Urlaub. Ich kann ja nicht für zwei Wochen Fleisch einpacken“… Nein, muss man auch nicht. Wenn dein Ziel in Deutschland oder dem europäischen Ausland liegt, ist die Fleischbeschaffung meist unkompliziert. In ländlichen Regionen und Kleinstädten findest du:

  • Metzgereien, die oft gerne auch Schlachtabfälle, Knochen oder Innereien verkaufen

  • Türkische oder asiatische Lebensmittelmärkte mit großer Auswahl an Pansen, Herz, Leber oder Lammteilen

  • Wochenmärkte oder Bauernhöfe, die frische Fleischprodukte direkt ab Hof anbieten

  • Online-BARF-Shops, die ins Ferienhaus liefern (vorher klären, ob eine Gefriertruhe vorhanden ist)

Tipp: Rufe bereits vor Urlaubsantritt beim Metzger oder Hofladen in der Nähe an und frage nach Innereien oder Knochen – so kannst du sicher sein, dass dein Hund auch vor Ort barf-konform gefüttert wird. Wer Ferien auf dem Bauernhof plant und die selber schlachten – das ist absoluter Luxus und die einfachste Variante.

Worauf ist zu achten?

1. Hygiene unterwegs

Barfen im Urlaub bedeutet nicht, Kompromisse bei der Hygiene zu machen. Achte darauf, rohes Fleisch kühl und getrennt von anderen Lebensmitteln zu lagern. Reinige Messer, Unterlagen und Näpfe täglich. Besonders bei warmen Temperaturen solltest du sehr genau auf Sauberkeit achten, um Keimbildung zu vermeiden. (Muss ich hier erwähnen als Ernährungsberaterin 😉 )

2. Kühlkette einhalten

Fleisch sollte durchgängig bei unter -18 °C (tiefgefroren) oder zumindest unter 4 °C (gekühlt) gelagert werden. Für längere Autofahrten empfehlen sich elektrische Kühlboxen mit 12V-Anschluss oder Kühltruhen in Ferienwohnungen. Wenn du auf einem Campingplatz bist, lohnt es sich, vorab die Kühlmöglichkeiten zu erfragen oder einen Stromanschluss einzuplanen.

3. Fütterungsverhältnis beibehalten

Halte dich auch im Urlaub an das von Swanie Simon empfohlene Beutetierprinzip:

  • Ca. 80 % tierische Bestandteile, davon:

    • 50 % Muskelfleisch

    • 20 % Pansen/Blättermagen

    • 15 % Knochen

    • 15 % Innereien (davon 50 % Leber)

  • Ca. 20 % pflanzliche Bestandteile, also Gemüse, Obst und Kräuter

Wenn du improvisieren musst, orientiere dich an diesen Werten. Eine kurzfristige Abweichung (z. B. bei einem Tag ohne Innereien) ist kein Problem – wichtig ist die Ausgewogenheit über mehrere Tage.

Und auch hier: Das ist der „Standard-Hund“… Wenn dein Hund zum Beispiel Probleme mit der Bauchspeicheldrüse hat, dann nimmst du natürlich deinen Futterplan.

Allergiker-Hunde unterwegs sicher barfen

Für Hunde mit Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten ist das Barfen oft die beste Lösung – gerade weil du genau weißt, was im Napf landet. Im Urlaub kann das allerdings zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Achte besonders darauf, ausreichend verträgliche Fleischsorten einzupacken oder vor Ort zu organisieren. Exotische Proteine wie Ziege, Pferd oder Wild, die oft bei Ausschlussdiäten zum Einsatz kommen, sind nicht überall erhältlich – informiere dich deshalb vorab über lokale Bezugsquellen. Gemüse und Obst sollten ebenfalls individuell abgestimmt sein. Vermeide Spontankäufe fremder Fleischmischungen oder nicht deklarierter Produkte – die Gefahr von Reaktionen ist zu hoch. Auch Zusätze wie Öle, Algen oder Kräuter müssen individuell angepasst bleiben. Eine schriftliche Liste der verträglichen Komponenten hilft dir vor Ort, gezielt einzukaufen und keine Fehler zu machen. 

Tipps für stressfreies Barfen im Urlaub

  • Portioniere das Futter zu Hause, vakuumiere es und friere es in Tagesrationen ein.

  • Kennzeichne die Tüten mit Datum und Inhalt – das erleichtert das Füttern unterwegs.

  • Reise früh am Tag, damit das Fleisch nicht zu lange ungekühlt bleibt.

  • Tausche dich mit anderen Barfern in Foren oder Gruppen aus – oft gibt es gute regionale Tipps für Einkaufsmöglichkeiten.

  • Nimm für Notfälle eine „Barf-Checkliste“ als Ausdruck mit, damit du bei kurzfristigem Einkauf weißt, was du brauchst.

  • Verwende stabile Edelstahl- oder Melaminnäpfe, die sich leicht reinigen lassen.

  • Plane Puffer ein, falls ein Metzger mal nicht liefern kann oder du keine geeignete Kühlung findest.

Fazit: Barfen geht auch im Urlaub – mit guter Planung

Barfen bedeutet, Verantwortung für die artgerechte Ernährung deines Hundes zu übernehmen – auch im Urlaub. Mit guter Planung und passenden Vorräten ist das Barfen unterwegs absolut machbar. Ob am Meer, in den Bergen oder auf dem Campingplatz: Wer seine Rationen gut vorbereitet, lokale Fleischquellen kennt und flexibel bleibt, kann seinen Hund auch unterwegs gesund und naturbelassen füttern – ganz ohne Kompromisse.


Reist du regelmäßig mit deinem barfenden Hund?
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