In dem Video zu meinem Artikel „Was ist eigentlich ein Heber?“ gab es, neben diversen Heber-Variationen und einigen wirklich wackeligen Würfen, auch etwas zu sehen, auf das ich in diesem Beitrag etwas näher eingehen möchte.

Das beidhändige Werfen.

Ja, das Werfen mit der rechten und linken Hand ist etwas, was sich ohne die dementsprechende Übung sehr ungewohnt anfühlt. Nichts desto trotz solltet ihr das immer wieder üben und in euer Freestyle-Repertoire mit aufnehmen.

Wie ich in anderen Artikeln bereits erwähnt habe, werfen wir im Hundefrisbee – in den meisten Fällen – die Scheibe vom Hund weg, der Hund rennt hinter der Scheibe her und fängt diese aus der Luft. Dieser Ablauf setzt aber voraus, dass sich der Hund an der richtigen “Startposition” befindet, die Scheibe gut sehen kann und ich meinen Wurf dementsprechend platziere. 

Leider haben die meisten Würfe allerdings die lästige Angewohnheit, dass sie eine bestimmte Ausholbewegung im Handgelenk benötigen, um gut fliegen zu können und dadurch nur bis zu einem gewissen Grad anpassbar sind.
Am Beispiel der sehr deutlichen Ausholbewegung einer Rückhand (Foto) erkennen wir, dass ein Rechtshänder die Scheibe von links nach rechts zieht, um ihr Spin zu geben und sie vernünftig für den Hund zu platzieren.
Dabei spielt es auch nahezu keine Rolle, wie weit der Wurf letztendlich wird. Die Bewegung im Handgelenk bleibt immer die gleiche und ist auch in dem erwähnten Video immer wieder deutlich zu erkennen. 

Wenn wir uns nun den Hund zu dieser Bewegung vorstellen, wird sich dieser wohl in den meisten Fällen links vom Werfer befinden. Aus dieser Position heraus hat er einfach die beste Chance, die Scheibe während der gesamten Ausholbewegung zu verfolgen, sauber am Spieler vorbeizulaufen und die Scheibe zu greifen. 

Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt an dieser Stelle:
Wenn der der Spieler die Geschwindigkeit des Hunde unterschätzt oder der Hund aus irgend einem anderen Grund unverhofft in die Scheibe knallt, sind die Finger nicht im Weg und der Spieler bleibt unverletzt.

Was passiert jedoch, wenn der Hund nicht auf der linken Seite ist?

Ja, man kann den Hund auf die linke Seite dirigieren, in dem man ihn um sich herum laufen lässt. Alternativ könnte man sich auch einfach selber um 180 Grad drehen und hat den Hund auch so wieder auf der linken Seite positioniert. Das funktioniert in der Regel auch sehr gut und erfüllt durchaus seinen Zweck. Im Grunde ist die Wurf- und somit auch die Spielrichtung jedoch immer die gleiche, nämlich von links nach rechts oder aber rechtsrum im Kreis.

Wie kommt man da nun aber raus?

Wie bekomme ich eine Richtungswechsel im Spiel hin, ohne den Blick auf die Scheibe zu behindern oder es dem Hund anderweitig kompliziert zu machen? 

Na klar, mit einem Wurf in die andere Richtung. 

Hier bieten sich dem Spieler diverse Möglichkeiten.
Von der „Vorhand“ über den „Oberhand Wristflip“ bis hin zum „Thumber“.

Diese drei Beispiele sind Würfe, deren Rotationsrichtung gegen den Uhrzeigersinn (bei Rechtshändern) verläuft, in der Regel von rechts nach links geworfen werden und die dem Spieler dabei helfen, den Hund in sämtliche Richtungen auf allen Distanzen zu führen und ein flexibles, harmonisches und flüssiges Spiel zu gestalten.

Aber so kreativ, harmonisch und flüssig das Spiel auch sein mag: Wir sind nach wie vor an die Rotationsrichtung der einzelnen Würfe gebunden und so kommt es immer wieder mal vor, dass man sehr ähnliche Würfe bei ähnlichen Bewegungsmustern und Richtungswechseln beobachten kann. 

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass dies eigentlich unnötig ist und warum ich diesen Artikel geschrieben habe. 

Ich glaube, mit ein wenig Übung sollte es jedem Spieler möglich sein, nahezu jeden Wurf mit beiden Händen zu werfen und sein eigenes Spiel, die eigenen Bewegungsmuster und Möglichkeiten auszubauen und auf ein individuelleres Level zu ziehen.

Probiert es einfach mal aus und spielt mit den Möglichkeiten.

Über den Autor

Björn Tigges
Björn Tigges
Björn Tigges bewegt sich seit 2004 in der Welt des Hundefrisbees.
Zusammen mit seinen Hunden qualifizierte er sich mehrfach für Europameisterschaften und Weltmeisterschaften im Hundefrisbee und unterrichtet, als Hundetrainer (zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz, Abs. 1, Nr. 8f) einzelne Teams, Gruppen und Trainer in ganz Europa.
Darüber hinaus ist er auch immer wieder als Richter in unterschiedlichen Regelwerken unterwegs, bildet neue Richter aus und vertritt derzeit, als "European Tournament Director", die "Ashley Whippet Invitationals"-Weltmeisterschaftsserie in Europa.

Björn Tigges

Björn Tigges bewegt sich seit 2004 in der Welt des Hundefrisbees. Zusammen mit seinen Hunden qualifizierte er sich mehrfach für Europameisterschaften und Weltmeisterschaften im Hundefrisbee und unterrichtet, als Hundetrainer (zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz, Abs. 1, Nr. 8f) einzelne Teams, Gruppen und Trainer in ganz Europa. Darüber hinaus ist er auch immer wieder als Richter in unterschiedlichen Regelwerken unterwegs, bildet neue Richter aus und vertritt derzeit, als "European Tournament Director", die "Ashley Whippet Invitationals"-Weltmeisterschaftsserie in Europa.

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