Letztes Wochenende durfte ich das Buch “Bodenarbeit mit Hunden” von Monika Schaal und Petra Rammelsberger lesen. Bodenarbeit ist eine tolle Möglichkeit, den Hund auch außerhalb vom Hundeplatz sinnvoll zu beschäftigen und die Konzentration zu födern.

Gleich vorneweg muss ich sagen, dass mir das neue Layout der Bücher aus dem Müller Rüschlikon-Verlag wirklich sehr gut gefällt. Eine tolle Umschlaggestaltung mit frischen, modernen Gestaltungselementen und die übersichtliche Gliederung und Aufbereitung der Inhalte machen schon beim ersten Durchblättern Lust auf mehr.

Aber nun zum Inhalt:
Begonnen wird in der Einführung mit der Definition, was die Bodenarbeit mit Hunden überhaupt ist und warum die Bodenarbeit eine tolle Möglichkeit ist, den Hund sinnvoll zu beschäftigen. Wichtig ist, dass der Hund gesundheitlich keine Einschränkungen hat und wenn doch, dann sollten die Leser vorher bei einem Arzt oder Physiotherapeut nachfragen, welche in dem Buch vorgestellten Übungen der Hund machen darf. Steht gesundheitlich nichts im Weg, sind alle Hunde – von Welpe bis Senior – eingeladen, die Bodenarbeit auszuprobieren und Spaß zu haben.

Die Bodenarbeit bietet eine Möglichkeit, mit aufgeregten Hunden das ruhige Arbeiten zu üben. Aber auch unsichere Hunde profitieren durch das Training, denn sie lernen spielerisch Selbstvertrauen aufzubauen. Training der Muskulatur, Üben von Geschicklichkeit, ein effizientes Gangbild und Teamwork stehen bei dieser Beschäftigung an erster Stelle. Dazu werden keine besonderen Geräte benötigt, sondern mit Gegenständen gearbeitet, die jeder im Haushalt finden oder selber basteln kann.

Nach der Einführung, in der die beiden Autorinnen auch auf die Trainingszeiten, Pausen, Belohnung und den Aufbau neuer Signale eingehen, geht es los mit den ersten Übungsvorschlägen.

Begonnen wird mit Bodenunebenheiten. Hier geht es um die Tiefensensibilität, die mit dem Überqueren von unterschiedlichen und/oder nachgebenden Untergründen trainiert wird. Dabei geht es hauptsächlich darum, dass der Hund in Ruhe arbeitet und sich auf sein Gleichgewicht konzentriert.

Der nächste Abschnitt befasst sich mit dem Halten von Positionen – also statische Übungen. Dabei zeigen die Autorinnen nicht nur, wie eine Position richtig aussieht, sondern stellen auch Varianten vor wie Pfote geben oder auf einem Podest stehen.

Anschließend bekommt der Leser Ideen vorgestellt, wie er mit seinem Hund über Hindernisse steigen kann. Dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern – im Gegenteil – um langsame, bewusst ausgeführte Bewegungen. Gearbeitet wird hier mit Stangen, Reifen, Treppen und allem, was die Natur so hergibt.

Das vorletzte Kapitel befasst sich mit Bewegungsrichtungen. Hier lernt der Hund, sich bewusst vorwärts, rückwärts und seitwärts zu bewegen. Schritt für Schritt lernt der Leser, worauf er bei seinem Hund achten muss und wie die einzelnen Bewegungen am besten aufgebaut werden. Es geht bergauf, bergab, auf Schrägen und durch ein Labyrinth. Auch der bei Hundesportlern bekannte “Elefantentrick” ist in diesem Kapitel zu finden.

Zudem schauen sich die beiden Autorinnen den Trab genauer an. Was macht einen schwungvollen Trab aus und wie lernt der Hund die eben genannten Übungen nicht nur im Schritt, sondern auch im Trab sicher auszuführen.

Zum Schluss wird das Trainings ins Wasser verlegt, denn hier können die meisten Übungen ebenfalls ausgeführt werden. Das Wasser dient als “gesunder” Widerstand, schont die Gelenke und unterstützt den Muskelaufbau.

Alle Kapitel werden durch Info-Kästen ergänzt, die wissenswerte Informationen zu den folgenden Themen enthalten:

– Tiefensensibilität
– Statische Übungen und isometrisches Training
– Koordinationsfähigkeit
– Bewegung
– Besonderheiten im Wasser

Zu den Beschreibungen der Übungen bekommt der Leser eine kleine Auswahl an Trainingsvarianten mit auf den Weg, die die Bodenarbeit noch abwechslungsreicher gestalten. Kleine Randbemerkungen und weitere Kurzinformationen runden die Kapitel ab und lockern optisch die Seitengestaltung sehr schön auf.

Fazit:
Das Buch bietet einen guten ersten Einblick in die Möglichkeiten der Bodenarbeit. Für Einsteiger sind die Übungen verständlich erklärt und leicht nachvollziehbar. Die lockere Gestaltung der Seiten – unterstützt von gut ausgewählten Fotos – ermöglichen ein leichtes, schnelles Lesen und sorgen auch dafür, jederzeit mittendrin reinzulesen. Dabei wird immer auf einen positiven und gesunden Übungsaufbau geachtet, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Ich bin ehrlich gesagt mit meiner Empfehlung ein wenig hin- und hergerissen, denn es kommt – wie immer – auf die Zielgruppe an:
Wer sich noch nicht mit dem Thema Bodenarbeit befasst hat und mal reinschnuppern möchte, bevor es an ausführlichere Übungseinheiten und tiefgründigerem Hintergrundwissen aus dem Bereich Physiotherapie geht, dem sei das Buch absolut empfohlen.
Mir fallen jedenfalls direkt Hundehalter ein, denen ich das Buch geben würde, um sie anzuregen, mit ihrem Hund gezielt etwas zu machen und die Hunde zu beschäftigen.

Aber genauso denke ich an die Hundesportler:
Für sie bietet das Buch wenig Neues. Vor allem werden Leseratten, die beispielsweise das Praxisbuch Hundefitness kennen, keine weiteren Ideen finden. Auf der anderen Seite kann man bei 96 Seiten auch nicht wirklich die umfangreiche Übungssammlung mit den ausgearbeiteten Hintergrundinformationen erwarten…

Also daher: Für absolute Einsteiger ein tolles kurzweiliges Buch, dass ich empfehlen kann. Für Fortgeschrittene ist das Buch eher weniger geeignet.

Zum Schluss möchte ich mich bei dem Verlag bedanken, dass ich das Buch hier vorstellen durfte! Und nun geht raus mit euren Hunden und habt Spaß – am besten mit ein wenig Bodenarbeit 😉

Details zum Buch:
Monika Schaal / Petra Rammelsberger
Bodenarbeit mit Hunden – Beschäftigung und Übungen für Geschicklichkeit und Koordination
Broschiert, 96 Seiten
Müller Rüschlikon Verlag
ISBN 978-3-275-02158-1

Das Buch erhaltet ihr direkt im Verlag

Über die Autoren: Monika Schaal ist Hundetrainerin (Erlaubnis gemäß § 11) und arbeitet seit vielen Jahren mit Problemhunden verschiedenster Rassen. Sie betreut Therapiehunde, engagiert sich für die Rettungshundearbeit und ist Ausbilderin für Retriever im Deutschen Retriever Club. Sie hält Vorträge und Seminare und hat mehrere Bücher zum Thema Hund und Hundeausbildung veröffentlicht. Zusammen mit ihrer Familie und zwei Labradorrüden lebt sie in der Nähe von Stuttgart. Ihr Hauptanliegen ist es, Hundeausbildung praxisnah, alltagstauglich und vor allem individuell zu gestalten und den Hundehaltern Freude an der Arbeit und dem Zusammenleben mit dem Hund zu vermitteln.
Petra Rammelsberger lebt mit ihrem Mann, Pferd, Katzen und ihren Hunden im Raum Heilbronn. Seit 2007 arbeitet sie als selbständige Physiotherapeutin für Hunde, wo sie sich überwiegend der Gesunderhaltung und Mobilisierung der Hundesenioren verschrieben hat. Im Deutschen Retriever Club ist sie als Hundeausbilderin mit Schwerpunkt Dummyarbeit aktiv. Mit ihren Hunden arbeitet sie jagdlich, macht Dummyarbeit und Obedience.

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Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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