In den kommenden Beiträgen dieser Reihe werden die einzelnen, verschiedenen Entspannungsinstrumente thematisiert. All diese Instrumente können als kleine Einstellrädchen fungieren, die zur Entspannung des Hundes in aufregenden Situationen beitragen können. Sie sollten individuell passend kombiniert werden und auf ihre Tauglichkeit für das Mensch-Hund-Team getestet werden. Sie können, müssen aber nicht funktionieren, denn Entspannung und der Weg dorthin ist individuell. Nicht jeder Weg ist für jeden Hund und für jedes Mensch-Hund-Team passend.

Doch zuvor ist es wichtig, einen Blick auf die Voraussetzungen von Entspannung im Turnieralltag zu werfen. Um den Turnieralltag mit entspannenden Ruhemomenten auffüllen zu können, müssen  bestimmte Faktoren gegeben sein:

  • Der Hund muss vor „Übergriffen“ durch fremde Hunde geschützt sein. Egal wie freundlich der Besucherhund ist, wenn der Hund immer damit rechnen muss, dass vielleicht ein fremder Hund seinen Kopf hereinsteckt, kann er nicht wirklich abschalten und sich ausruhen.
  • Der Hund muss sich körperlich wohlfühlen – er sollte also vor der Pause die Möglichkeit gehabt haben sich ein bisschen zu bewegen, sich zu lösen, etwas zu trinken und zu fressen.
  • Der Hund sollte für ihn angenehmen Sozialkontakt genossen haben. Dies muss nicht zwingend mit anderen Hunden passieren, gerade auf Turnieren sollte neben dem aufgeregten Part im Wettkampf auch ein entspanntes Miteinander zwischen Mensch und Hund gegeben sein. Sozialkontakt kann gemeinsames Spiel sein, Massage/Kuscheln, gemeinsam die Natur/ die Umgebung wahrnehmen. Gerade entschleunigte Beschäftigungen, die andere Wahrnehmungsmöglichkeiten des Hundes ansprechen als die sportliche Tätigkeit, sind gut geeignet, den Hund für die Erholungspause vorzubereiten.

Kurz: Die Bedürfnisse des Hundes müssen erfüllt sein, bevor wir von ihm verlangen können, sich auf dem Turnier zu entspannen.

Fast allen Elementen, die in dieser Reihe vorgestellt werden, ist gemeinsam, dass sie vor dem Realeinsatz trainiert werden müssen. Training bedeutet in diesem Moment, dass sie in Ruhe konditioniert, also aufgebaut und mit Entspannung verknüpft werden müssen. Entspannung lässt sich nicht erzwingen, deswegen ist Geduld dabei unerlässlich. Auch die Hilfsmittel, die ohne Konditionierung wirken können, sollten vorab von Mensch und Hund kennengelernt werden. Plant dafür Zeit ein, im Alltag und auch im Hundetraining, um die Entspannungsrituale und Möglichkeiten in Ruhe von Zuhause und eurem Alltag in den Hundesport zu transportieren.

Entspannungstraining:

  • Findet parallel zum Sporttraining statt.
  • Geht nicht von heute auf morgen.
  • Muss individuell angepasst werden.
  • Findet zuerst Zuhause statt und wird erst nach einiger Zeit in aufregende Situationen übertragen.

Über den Autor

Natascha
Natascha lebt mit ihrem Partner und ihren beiden Hunden Phoebe (13) und Quinn (8) zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Sie arbeitet als Hundetrainerin (zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz, Abs. 1, Nr. 8f) und Schreibberaterin im Ruhrgebiet. In ihrer Hundeschule steht sie Menschen mit reaktiven Hunden bei und bietet Beschäftigungskurse wie Tricktraining, Longieren oder Balancieren an. Mit ihren eigenen Hunden ist sie aktiv am Longierkreis unterwegs, mit Border Collie Quinn trainiert sie Obedience und fährt mit dem Dogscooter, Hündin Phoebe liebt Schnüffelaufgaben.
Kategorien: Entspannung

Natascha

Natascha lebt mit ihrem Partner und ihren beiden Hunden Phoebe (13) und Quinn (8) zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Sie arbeitet als Hundetrainerin (zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz, Abs. 1, Nr. 8f) und Schreibberaterin im Ruhrgebiet. In ihrer Hundeschule steht sie Menschen mit reaktiven Hunden bei und bietet Beschäftigungskurse wie Tricktraining, Longieren oder Balancieren an. Mit ihren eigenen Hunden ist sie aktiv am Longierkreis unterwegs, mit Border Collie Quinn trainiert sie Obedience und fährt mit dem Dogscooter, Hündin Phoebe liebt Schnüffelaufgaben.

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