Für mich eine Selbstverständlichkeit, dass Hundesportler nach ihren Partnern auf vier Pfoten schauen und sie nicht als “Sportgerät” sehen. Dazu gehört in meinen Augen, dass man sich als Hundehalter mit der Anatomie der Hunde (zumindest ein wenig) auskennen und dem Hund auch bei der Physiotherapie Gutes zukommen lässt. Umso neugieriger war ich auf das Buch Dorn-Therapie für Hunde. Das Fachbuch gibt einen Einblick in die Möglichkeiten der Dorn-Therapie, wobei gleich betont werden sollte, dass es kein Buch mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Jedermann ist. Die Behandlungsmethode muss einem geschulten Physiotherapeuten überlassen werden.

Zu Beginn wird die Dorn-Therapie mit ihrem Ursprung in der Humanmedizin vorgestellt. “Obwohl… große Skepsis seitens der Schulmedizin besteht, ob eine derart einfache Therapieform tatsächlich in der Lage sein soll, akute und chronische Schmerzzustände zu lindern oder zu beheben, sprechen die Erfolge in der täglichen Praxis für sich.” Mit Hilfe der Dorn-Therapie können Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden verringert bzw. ganz aufgelöst werden. Aber nicht nur das: Eine Übersicht der mit der Wirbeln zugeordneten Krankheiten zeigt, was durch die schonende Behandlung möglich ist. Oftmals wird auf Grund einer anderen Krankheit zufällig beim Tierarzt herausgefunden, dass der Hund unter Arthrose oder ähnliches leidet. Durch einen regelmäßigen Besuch einer Physiotherapie kann dem vorweg gegriffen werden, denn hier werden “Problemstellen” direkt bemerkt und können meist auch gleich gelindert oder behoben werden. Die Dorn-Therapie hat Einfluss auf Dysfunktionen innerer Organe, eine wohltuende Wirkung und sorgt für eine unmittelbare Schmerzlinderung. Zudem ist sie besonders für ängstliche Hunde geeignet und wird von ihnen gerne zugelassen, sobald die Hunde Vertrauen zum Therapeuten gefasst haben.


Dorn-Therapie für Hunde


In den folgenden Kapiteln wird beschrieben, woher Beschwerden kommen und wie Hundehalter diese erkennen können. Anschließend beschreiben die Autorinnen die Befundung und den allgemeinen Ablauf der Dorn-Therapie. Gleichzeitig wird der Leser durch zahlreiche Röntgen- und Fotoaufnahmen informiert, wie die Wirbelsäule als Ganzes bzw. im Detail aufgebaut ist und in dem Zusammenhang, was generell unter Blockaden verstanden wird. Eine Zuordnung einzelner Krankheiten zu den jeweiligen Wirbeln verdeutlicht, wie wichtig es ist, auf eine gesunde Wirbelsäule zu achten. Auch werden alle Gelenke und die Nerven im Detail und anhand von gut verständlichen Illustrationen erklärt, um Arthrosen, HD, ED, Spondylose usw. verstehen zu können. Diese Krankheitsbilder werden in einem anschließendem Kapitel näher beschrieben. Nach der Theorie folgt die Beschreibung der Behandlung. Hierbei betrachten die Autorinnen die Halswirbel-, Brustwirbel und die Lendenwirbelsäule und erklären jeweils die Untersuchung, Behandlung und Besonderheiten.

Abgerundet wird der Einblick in die Dorn-Therapie durch Fallbeispiele aus dem Alltag der beiden Physiotherapeutinnen. Zudem gehen sie auf andere Heilungsmethoden kurz ein, die mit der Dorn-Therapie kombiniert werden können, um den Hunden ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

Ein in meinen Augen rundum gelungenes Fachbuch für alle, die sich mehr mit dem Thema beschäftigen und die Behandlung verstehen wollen. Allerdings ist das Buch noch mehr ein Muss für alle, die die Dorn-Therapie anwenden. Sehr gut gelungen finde ich die Erklärungen durch die ergänzenden Aufnahmen, denn einzelne Griffe werden erst an dem Skelett gezeigt und daneben ist der gleiche Griff am Hund zu sehen. Als Laie ist das Fachbuch allerdings schwer verständlich und man sollte sich vorab mit der Anatomie des Hundes befasst haben, denn es tauchen auch so noch sehr viele Fachbegriffe aus der Medizin auf, durch die man sich als Leser durchbeißen muss. Allerdings spricht das Buch nicht die allgemeinen Hundehalter an, sondern wirklich fachkundige Leser und damit können Fachbegriffe als bekannt vorausgesetzt werden. Wer dennoch einen Einblick bekommen möchte, muss da also durch 😉 Es lohnt sicher aber in meinen Augen, denn man bekommt als Hundehalter nochmal einen anderen Blick auf die Gesundheit des Hundes und durch die schonende Behandlungsmöglichkeit kann den Hunden sehr schnell geholfen werden – selbst mein bei Tierärzten sehr ängstlicher Berner weiß die Therapieform zu schätzen.

Details zum Buch:
Susanne Schmitt & Sabine Zemla
Dorn-Therapie für Hunde

Flexicover, 200 Seiten, 170 x 225 mm, durchgehend farbig
September 2017
ISBN: 978-3-95464-151-2

Das Buch erhaltet ihr direkt im Kynos-Verlag unter
https://www.hundebuchshop.com/nextshopcms/show.asp?lang=de&e1=-1&ssid=1&kat_id=0&artikel_id=13842

Buchbeschreibung:
Mittlerweile halten immer mehr alternative Heilungsmethoden aus dem Humanbereich Einzug in die Hundewelt – so auch die Dorn-Therapie. Die Art der Behandlung bleibt dabei weitestgehend erhalten, jedoch muss gerade diese Therapie speziell für Vierbeiner abgeändert werden. Wie beim Menschen stehen auch beim Hund die Wiederherstellung der korrekten Statik sowie das Beheben von Fehlstellungen des Skeletts im Vordergrund. Wirbelkörper und Gelenke können schonend wieder in die richtige Position gerückt oder die Folgen chronischer Erkrankungen gelindert werden.

Das erste Fachbuch zum Thema erklärt die Dorn-Therapie für Hunde übersichtlich und fundiert. Auf Anatomie und Pathologie wurde hierbei ebenso ein Augenmerk gelegt wie auf Ursachen und Auswirkungen von Fehlstellungen und Blockaden. Untersuchung und Behandlung von blockierten Wirbeln und Gelenken werden ausführlich und anhand zahlreicher Fotos sowohl am Skelett als auch am lebenden Hund erklärt. Fallbeispiele aus der Praxis runden dieses informative Buch über eine zwar sanfte, aber effektive Behandlungsform ab.

Über die Autorin:
Susanne Schmitt ist Physiotherapeutin und Naturheilpraktikerin für Hunde. In dem von ihr geleiteten Dorn-Therapiezentrum für Hunde im rheinischen Swisttal bietet sie regelmäßig Seminare zur Weiterbildung von Hundetherapeuten und Hundehaltern an.
Sabine Zemla ist Journalistin, freiberufliche Texterin und zertifizierte Hundephysiotherapeutin, die in ihrer Bayreuther Praxis „Stabile Hunde“ auch die Dorn-Therapie anbietet.


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Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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