“Form Funktion Fitness” – zugegeben: Ich muss aufpassen, dass ich mit dieser Rezension neutral bleibe. Denn ich durfte bei dem Buch ordentlich mitmischen: Bis auf die Titelseite und die Bildbearbeitung stammt die Gestaltung aus meiner Feder 😉 Daher werde ich mich hier nur auf den Inhalt beschränken und da hat sich Sandra wiedermal sehr viele tolle Gedanken über und für unsere Hunde gemacht.

Form Funktion Fitness Buchtitel

Ihr kennt schon das Buch “Praxisbuch Hundefitness“? Dann wisst ihr, was euch erwarten wird: Noch mehr Wissen und noch mehr Anleitungen für ein fundiertes Fitnesstraining eurer Hunde. Aber von vorne:

Form Funktion Fitness – die Grundlagen

Zu Beginn bekommt der Leser einen Einblick in die anatomischen und physiologischen Grundlagen. Die Autorin wirft einen Blick auf das Muskelsystem, den Aufbau und der Funktion der Gelenke eines Hundes, seine Faszien, Nerven und dem Bindegewebe. Das ganze Wissen wird von ihr so verpackt, dass der Leser gut abgeholt wird und die Zusammenhänge verstehen lernt. Desweiteren wird auf die Statik und Dynamik eingegangen und worauf die Hundehalter zu achten haben, wenn sie mit ihren Hunden Hundefitness machen möchten. Nicht nur der Körperbau spielt hier eine wichtige Rolle, sondern auch das Alter der Hunde und die spezifischen Rasseeigenschaften.

Bevor es mit dem eigentlichen Fitnesstraining losgehen kann, wird ein Fitness-Screening beschrieben. Dabei unterscheidet die Autorin unter anderem vier Zonen: Dorsalzone, Frontalzone, Ventralzone und die Kauzalzone. Diese Zonen werden bei den Übungen immer mit genannt, so dass der Hundehalter weiß, was er mit der jeweiligen Übung bei seinem Hund trainiert. Die anschließenden Fitness- und aktiven Tests bilden die Grundlage für das folgende Training.

Nun folgt noch ein kurzer Blick in Richtung Belohnungsbasics und Übungsgrundlagen wie das Targettraining und dann geht es schon los mit dem Fitnesstraining für Hunde:

Koordinative Übungen

Den ersten Bereich in dem Buch “Form Funktion Fitness” bilden die koordinativen Übungen. Nach einer theoretischen Einführung, was unter koordinativen Fähigkeiten verstanden wird, findet der Leser Anleitungen zu Übungen wie Rückwärts gehen, Plattformtraining, der Tour de Balance und dem Cavalettitraining. Insgesamt werden dem Hundehalter 17 Übungen beschrieben und dazu noch einige Varianten für ein abwechslungsreiches Cavalettitraining.

Kraftübungen

Den nächsten Bereich bilden die Kraftübungen. Auch hier folgt erst eine kleine theoretische Einführung, worauf zu achten ist und was unter Krafttraining überhaupt verstanden wird. Auf den nächsten 30 Seiten folgen Trainingsanleitungen für die einzelnen Körperpartien: Hals- und Nackenmuskulatur, Brustmuskulator, Schulter, Vorder- und Hintergliedmaßen werden separat trainiert. Am Ende des Kapitels “Krafttraining” gibt es zehn zusätzliche Trainingsideen, die mit nur zwei Geräten nachgeturnt werden können.

Beweglichkeit und Dehnungsübungen

Form Funktion Fitness, der dritte Bereich: Hier dreht sich alles um die Beweglichkeit und entsprechende Dehnungsübungen. Mit neun Anleitungen bekommt der Leser jede Menge Informationen, worauf zu achten ist und wie er das Training abwechslungsreich gestalten kann. Am Ende dieses Abschnittes gibt es auch hier wieder 20 Varianten, die ganz einfach mit einem Baumstamm unterwegs trainiert werden können. Abwechslung pur!

Sporthunde und Krankheitsbilder

Was ich sehr gut finde, sind die Kapitel für Sporthunde und die kranken Hunde. Hier hat sich die Autorin Gedanken gemacht, wie Sporthunde gezielt ausgebildet und gefördert werden können. Mit über 20 unterschiedlichen Übungen und deren Varianten wird jeder Hundesportfreund fündig und kann garantiert seinen Hund in der Ausübung des Hundesports noch gezielter unterstützen.

Aber auch die kranken Hunde kommen nicht zu kurz: Mit der HD, ED oder Patellaluxation werden die häufigsten Krankheitsbilder näher betrachtet und beschrieben, wie durch kleine Trainingseinheiten den Hunden gezielt geholfen werden kann. Natürlich sollte der Leser immer einen Arzt oder Physiotherapeuten mit ins Boot nehmen… aber durch die Beschreibung bekommt der Leser noch mehr Hintergrundwissen und kann seinen Hund besser unterstützen.

Das passende Trainingstagebuch zum Thema Hundefitness

Trainingsplanung

In dem abschließenden Kapitel befasst sich die Autorin nun noch mit der Trainingsplanung und gibt Ideen, wie beispielsweise eine Woche sinnvoll gestaltet werden kann, ohne das der Hund überlastet wird. Auch hier unterscheidet sie wieder zwischen jungen und alten Hunden, zwischen Sporthunden und Hunden, die sich in der Rehabilitationsphase befinden.

Und…

Zu den einzelnen Übungen bekommt der Leser neben den detailliert beschriebenen und bebilderten Anleitungen auf den ersten Blick gezeigt, was er für die Übungen benötigt. In einem Infokasten erfährt der Hundehalter jeweils, was trainiert wird, welche Utensilien benötigt werden und was der Hund vorab für die Übung können sollte, damit die Umsetzung klappt. Zahlreiche Hinweise und Bemerkungen weisen die Leser darauf hin, worauf besonders zu achten ist, so dass dem Hund durch das Fitnesstraining nicht geschadet wird. Zusätzliche Tipps, wie Übungen abgewandelt oder auch auf Gassirunden integriert werden können, runden die Sammlung an Fitnessübungen perfekt ab.

Fazit

Wie gesagt: Zur Gestaltung kann ich objektiv nichts sagen – da müsst ihr euch selber ein Bild machen. Aber bei der Gestaltung des Buches war ich schon begeistert von dem umfangreichen Inhalt, bei dem der Leser merkt, dass hier jemand mit Erfahrung sein Wissen teilt. Einsteiger wie Fortgeschrittene werden gleichermaßen abgeholt und jeder wird neue Trainingsideen finden und verstehen, was er da mit seinem Hund macht (sofern die Einführungen gelesen wurden…)

Alles in allem also eine absolute Empfehlung und ein lohnenswerter Nachfolger von “Praxisbuch Hundefitness“, zu dem ich bereits eine Rezension veröffentlich habe – denn das Buch ist ebenfalls ein Muss für das Hundebücher-Regal.

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