Viele Dinge im Agility lassen sich nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern auch wunderbar im Garten oder auf den täglichen Spaziergängen trainieren. Dazu gehört die Führtechnik. In diesem und weiteren Artikeln möchten wir Euch Ideen für das Training zuhause geben.

Die Kreisarbeit ist eine meiner Lieblingsübungen und kann sogar schon mit Junghunden begonnen werden. Sie ist quasi endlos erweiterbar und somit auf jeden Fall ein wichtiges Basic für jeden Agility-Sportler.

Im ersten Schritt lernt der Hund sowohl links geführt, als auch rechts geführt einen Kreis um den Hundeführer zu laufen. Die allermeisten Hunde haben – wie der Hundeführer selbst auch – eine “Schokoladen-Seite”. Im Idealfall traininert man die schlechtere Seite doppelt so oft, wie die bessere Seite, damit sowohl Gehirn als auch Muskeln gleichmäßig trainiert werden.

Hier kann man auch direkt Tempowechsel mit einbauen. Zwar soll der Hund im Agility hinterher natürlich möglichst schnell den Parcours absolvieren, jedoch macht es an manchen Stellen durchaus Sinn, wenn man das Tempo seines Hundes etwas drosseln kann. Der Hund soll lernen ruhig hinter der Führhand hinterher zu laufen. Daher wird der Hund nur belohnt, wenn er für mind. 1-2 Schritte alle 4 Füße am Boden hat.

Im zweiten Schritt soll der Hund nun einen etwas größeren Abstand zu mir halten, wenn der Arm ausgestreckt wird und dicht zu mir kommen, wenn der Arm dicht am Körper ist. Dieses Verständnis macht es dem Hundeführer später im Parcours um einiges leichter, wenn es darum geht, welches Hindernis als nächstes genommen werden soll oder welches eben gerade nicht. Als optische Hilfe kann man hier gut Pylonen, Markierungshütchen o. ä. nehmen. Es sollte nur keine Barriere z. B. durch Hürdenausleger, Flatterband o. ä. aufgebaut werden, um den Hund fern zu halten.

Sobald ich nun also den Hund im Kreis um mich herum führen kann, ich sein Tempo kontrollieren kann, ich ihm sagen kann und dass er dichter ran kommen oder weiter weg gehen soll, kann ich nun das ganze auch noch mit Wechseln kombinieren.

Wenn auch dieses gut funktioniert, können Hürden und/oder Tunnel an den Kreis gelegt werden – wenn man die Möglichkeit dazu hat – und der Pylonenkreis kann Stück für Stück größer werden, so dass ich den Hund auf weitere Distanz schicken kann. Zu guter letzt sollten die Pylonen abgebaut werden und der Kreis nur noch aus Agility-Hindernissen bestehen.

ACHTUNG:

  • Bei kleinen Hunden wird einem am Anfang schnell schwindelig 😉
  • Achte auf Deine eigene Körpersprache, vor allem, wenn Probleme/Schwierigkeiten auftreten
  • Belohne Deinen Hund nur, wenn er alle 4 Füße gesittet am Boden hat

 

Categories: Agility

Lina

Dipl.-jur. Lina Engelken lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihren 4 Hunden (Aussie, 2 Border Collies und Papillon) in Bremen. Sie betreibt mit ihrem Papillon Agility und Frisbee und startet aktiv auf Turnieren. Sie ist Hundeerzieherin & Verhaltensberaterin IHK|BHV und betreibt seit 2009 eine eigene Hundeschule. Mehr Infos zu ihrem Angebot findet Ihr auf ihrer Homepage, auf der Fb-Fanpage oder in ihrem youtube-channel.

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