Wenn es um die Fütterung unserer Vierbeiner geht, scheiden sich die Geister. Es gibt unzählige Meinungen und Futtertechniken, unzählige Futtermittel und Zusätze. Um beurteilen zu können, was unsere geliebten Hunde wirklich brauchen, ist es von Vorteil, sich mit den Grundsätzen der Fütterung zu beschäftigen.

Wasser

Der wichtigste Nährstoff für den Körper ist Wasser und macht circa 70 % des Körpergewichts aus. Schon ein Verlust von 10 % kann zum Tode führen.

Der Bedarf an Wasser hängt vom Futter, der Aktivität, der Gesundheit und der Außentemperaturen ab.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind wichtig für das zentrale Nervensystem und unterstützen als Ballaststoffe oder Faserstoffe die Darmfunktion und die Darmflora. Hunde können Glukose selber synthetisieren und brauchen daher nicht unbedingt Kohlenhydrate, um den Glukosebedarf zu decken. Allerdings benötigen Sie dazu bestimmte Aminosäuren (Eiweißbausteine).

Fette

Fette dienen als Energielieferant für den Hund. Kohlenhydrate können Hunden nur bedingt zur Energieversorgung dienen, dafür Fett umso mehr.

Man unterscheidet essentielle Fettsäuren und nicht essentielle Fettsäuren. Erstere können nur durch Nahrung aufgenommen werden. Nicht essentielle Fettsäuren kann der Körper selber herstellen.

Essentielle Fettsäuren sind vor allem Omega-3, -6 und -9-Fettsäuren.

Die Gesamtration des Hundes sollte ca. 9 – 15 % Fett enthalten, bei Junghunden 10 – 20 %.

Eiweiße

Proteine bestehen aus Aminosäuren, die man sich als Bausteine für die jeweiligen Eiweiße vorstellen kann. Es gibt verschiedenste Kombinationen und Funktionen der einzelnen Aminosäuren. Auch hier gibt es essentielle und nicht essentielle Aminosäuren.

Proteine sind für die Struktur des Körpergewebes unerlässlich. Zudem regulieren sie den Stoffwechsel und Muskelbewegungen. Sie dienen als Energiequelle, helfen den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren und sind Bestandteil des Blutes

Vitamine

Wie auch für den Menschen, sind Vitamine für den Hund genauso wichtig.

Vitamin A ist wichtig für das Sehvermögen und hilft mit Beta-Carotin bei der Produktion von Antikörpern in den weißen Blutkörperchen zur Immunabwehr.

Vitamin B ist eine Gruppe von Vitaminen, die unter Anderem am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen beteiligt sind, bei der Nährstoffaufnahme wichtig sind und am Immunsystem sowie dem Zellstoffwechsel beteiligt sind.

Vitamin C ist ein wichtiges Antioxidans für den Körper. Es trägt zur Wundheilung bei und stärkt das Immunsystem.

Vitamin D reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und ist wichtig für gesunde Knochen und Zähne.

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans für den Körper, wichtig für Immunsystem, Bindegewebe und Blutkreislauf. Bei Gabe von ungesättigten Fettsäuren muss auch die Gabe von Vitamin E erhöht werden, da diese dessen Aufnahme im Körper mindern.

Vitamin K ist als Vitamin K1 und K2 u. A. für die Regulierung der Blutgerinnung sowie des Calciumstoffwechsels wichtig. Vitamin K3 ist gesundheitsschädigend und es sollte darauf geachtet werden, dass es in Futtermitteln nicht enthalten ist.

Folsäure ist u. A. wichtig für das Wachstum und die Zellteilung sowie für die Bildung von roten Blutkörperchen.

Biotin ist u. A. wichtig für den Fett- und Eiweißstoffwechsel und hält Haut und Fell gesund.

Mineralien

Calcium bildet Knochen und Zähne, trägt zur Muskelkontraktion und Blutgerinnung bei und ist an Prozessen der Nerven- und Herzfunktionen beteiligt.

Das Elektrolyt Kalium ist unter Anderem für den Säure-Basen-Haushalt, aber auch andere wichtige Funktionen wie Herz- und Muskelfunktion, mitverantwortlich. Ein Mangel kann durch Durchfall entstehen.

Magnesium ist wichtig für die Knochenbildung, Nerven- und Herzfunktionen und die Muskeln.

Natrium ist ein weiteres Elektrolyt und hilft wie Kalium ebenfalls den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Mangelerscheinungen eines Elektrolytmangels sind Erschöpfung, trockene Haut oder Fellausfall.

Phosphor ist der Gegenspieler zu Calcium und wichtig für Knochen und Zähne und hilft bei der Zellbildung.

Schwefel ist wichtig für Entgiftungsprozesse im Körper und das Immunsystem.

Bei den Spurenelementen sind vor allem Eisen, Jod, Selen und Zink zu nennen. Sie spielen alle im Körper eine wesentliche Rolle und sind vor allem an Prozessen des Stoffwechsels und der Immunabwehr beteiligt. Jod ist für die Schilddrüsenfunktion wichtig und sollte vorsichtig dosiert werden. Weder ein Mangel noch eine Überdosierung dürfen herbeigeführt werden.

Diese Übersicht der relevanten Nährstoffe soll einen Überblick bieten, was unsere Hunde an Nährstoffen benötigen. In den nächsten Artikeln wird es um den Nährstoffbedarf gehen und was man speziell für sportlich aktive Hunde beachten sollte.

Über den Autor

Christine Lindsey
Christine Lindsey
Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne.

Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig.
Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

Christine Lindsey

Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne. Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig. Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

1 Comment

Britta · 8. März 2018 at 8:42

Klasse .. ich bin auf die nächsten Artikel gespannt, denn gerade die Fütterung ist ja eins der Reiz-Themen schlechthin

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