In diesem Blogbeitrag wollen wir uns mal das Trockenfutter als Futter für unseren Hund genauer anschauen und Vor- und Nachteile erörtern. 

Man unterscheidet bei Trockenfutter kaltgepresstes, semimoistes/halbfeuchtes und extrudiertes Trockenfutter. Diese werden mit unterschiedlichen Herstellungsprozessen produziert und verarbeitet. Am häufigsten zu finden ist das „normale“ extrudierte Trockenfutter, wobei die anderen beiden Sorten eine immer höhere Nachfrage genießen. 

Die Vorteile von Trockenfutter liegen auf der Hand: es ist praktisch zu lagern, praktisch aufzubewahren und einfach zu dosieren. Es kann leicht mitgenommen werden, wenn man mal wegfährt und kann auch mal als Leckerli für zwischendurch verwendet werden. In als „Alleinfuttermittel“ deklariertes Trockenfutter beinhaltet außerdem vermeintlich alles was der Hund benötigt. 

Die Nachteile hingegen sind, dass Trockenfutter oft schlecht deklariert ist, die genauen Inhaltsstoffe nicht erkennbar sind und künstliche Zusatzstoffe enthalten. Für Hunde mit Unverträglichkeiten oder Allergien kann das zu einem Problem werden. Auch wenn mit zunehmendem Bewusstsein der Hundehalter, die Deklarationen besser werden, sind sie nach wie vor oft undurchsichtig. Ein weiterer Nachteil sind die eben schon angesprochenen Zusatz- und Konservierungsstoffe, die enthalten sind, um das Futter länger haltbar zu machen und die Form der Futterbrocken beizubehalten. Durch das Erhitzen auf sehr hoher Temperatur gehen außerdem natürliche Inhaltsstoffe verloren, die künstlich zugesetzt werden müssen. 

Ein zusätzlicher Nachteil von extrudiertem Trockenfutter gegenüber kaltgepresstem ist, dass es sehr stark quillt. Weicht man es vorher nicht in Wasser ein und lässt es im Napf aufquellen, quillt es im Magen und dehnt sich aus, was eine erhöhte Gefahr einer Magendrehung mit sich bringt. Verstärkt wird diese Gefahr durch die Tatsache, dass das Futter schon so aufgeschlossen ist, dass der Magen kaum Arbeit damit hat. Die aufgeqollene Masse wird bildlich durch den Magen geschleust und landet im Darm, und zwar deutlich schneller als bei natürlichen Komponenten, die erst im Magen zersetzt werden müssen. Bei langfristiger Trockenfütterung wird weniger Magensäure produziert und die Muskulatur der Magenwände bildet sich nur mangelhaft aus, da sie wenig zu tun hat, was wiederum eine Magendrehung begünstigt. 

Nebenbemerkung: Das ist auch der Grund für eventuell auftretende Fehlgärungen, wenn Trockenfutter zusammen mit beispielsweise frischen Komponenten gefüttert wird. Die schwieriger zu zersetzenden Komponenten werden zusammen mit den leicht zersetzbaren Komponenten vom Magen zu schnell in den Darm befördert, der das Futter aufgrund der fehlenden Zersetzung im Magen, nicht oder nur schlecht aufnehmen und verwerten kann. Es kommt zu Fehlgärungen, eventuell Durchfall und einer schlechten Nährstoffaufnahme.

Entgegen der Darstellung in der Werbung, begünstigt Trockenfutter außerdem die Bildung von Zahnstein, da es von den meisten Hunden nicht gekaut wird und außerdem immer Stärke enthält (auch bei getreidefreiem Trockenfutter gibt es einen „Klebstoff“, der die Futterbrocken zusammenhält. 

Wenn die Wahl beim Hundefutter auf Trockenfutter fällt, sollte meiner Meinung nach, ein kaltgepresstes, gut deklariertes mit natürlichen Inhaltsstoffen bevorzugt werden. 

Diese Übersicht soll als Gedankenstütze dienen, wenn man sich für ein Futtermittel entscheiden möchte. Natürlich gibt es, wie bei allen Futtermitteln, unterschiedliche Erfahrungen. Der eine Hund kommt mit Trockenfutter bis ins hohe Alter klar, der andere verträgt es nicht oder hat immense Probleme bei der Verdauung und mit Unverträglichkeiten. Wichtig ist, das richtige Futtermittel für sich und seinen Hund zu finden und sich vorher ausreichend zu informieren. 

In den kommenden Beiträgen werden wir uns noch die Futterarten Nassfutter, gekochte Mahlzeiten und Rohfütterung anschauen.

Fotoquelle: pixabay.com

Über den Autor

Christine Lindsey
Christine Lindsey
Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne.

Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig.
Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

Christine Lindsey

Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne. Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig. Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

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