Ich habe kürzlich bei meinem dritten Seminar zum Thema Phytotherapie bei meiner Tierärztin Frau Dr. Nadig teilgenommen. Das erste Seminar war zum Thema Parasiten (Zecken, Würmer, usw), in dem 2. Seminar ging es um Schmerzen und nun war der Hundemagen dran.

Es wird also Zeit, dass ich hier auch einmal ihr neues Buch “Heilpflanzen für Hunde” vorstelle, das im Kosmos-Verlag erschienen ist.

Wie der Titel schon verrät, geht es in dem Buch um die Behandlung unterschiedlicher Krankheiten durch Heilpflanzen, die wir oft auf unseren Gassirunden sehen – ohne zu wissen, welche Wirkung die Pflanzen haben.

“Wir leben in einer Welt, die technisch und synthetisch orientiert ist. … Dabei wird sehr viel mit der Angst gespielt und manipuliert. … Angst vor Würmern sichert den regelmäßigen Verkauf von Wurmtabletten. Von der hysterischen Angst vor Zecken können so einige Pharmaunternehmen wunderbare Umsätze erwirtschaften”, so Frau Nadig in der Einleitung. Und damit hat sie absolut recht: Momentan kann man wieder beobachten, wie die “Staupe-Welle” unter den Hundehaltern wandert und wer kennt sie nicht, die jährlich neu entdeckte Zeckenart. Egal, ob es die schon länger gibt oder nicht… in den sozialen Medien wird vor der neuen Zecke gewarnt. Umso wichtiger finde ich, dass es Menschen gibt, die aufklären… die sich die Hintergründe genauer anschauen und nicht jeder Panikmache folgen.

Aber zurück zum Buch:
Nach der Einführung erfährt der Leser allgemeines über Heilpflanzen, die mit den synthetischen Rohstoffen verglichen werden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Aspirin pflanzlichen Ursprungs ist? Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wurde aus Weidenrinde und Mädesüß gewonnen. Es kann also keiner sagen, dass Pflanzen eh nicht helfen (und dabei am besten den Kamilletee schlürfen, nachdem es vorher die Aspirin-Kautablette gab 😉 )…

Das nächste Kapitel befasst sich daher mit den Wirkstoffen von Heilpflanzen. Der Leser erfährt mehr über Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleim- und Bitterstoffe, sowie Alkaloide und Flavonoide und vieles mehr. Dabei werden die Heilpflanzen entsprechend der Wirkstoffe mit zahlreichen Bildern vorgestellt. Zudem gibt es zu jedem Wirkstoff eine Übersicht, in der die Nebenwirkungen, Vorkommen und Anwendungen beschrieben werden. Und das so, dass es jeder Leser verstehen kann.

Die folgenden Kapitel sind in Jahreszeiten gegliedert, so dass der Leser genau weiß, welche Pflanzen er aktuell auf den Wiesen finden kann. Dazu werden unterschiedliche Krankheiten erläutert, bei denen die Heilpflanzen wirken.
Wobei es nicht nur um Krankheiten geht: In dem Buch finden sich Tipps wie die Frühlingskuren, Heilung von Bisswunden oder Hot-Spots, Parasitenprophylaxe, Hilfe bei Magen- und Darmbeschwerden. Wie kann der Hundehalter seinem Hund helfen, wenn er Angst vor Gewitter oder an Silvester hat und was kann man bei chronischen Schmerzen machen.

Kurz: Es gibt eigentlich nichts, was man in dem Buch nicht findet. Zumindest fällt mir spontan nichts ein, was ich beim Lesen vermisst habe.

Was mir besonders gut an dem Buch gefällt: Die Autorin lässt einen nicht “auf der Wiese stehen”. Sobald ihr alle Pflanzen gesammelt habt, findet ihr in dem Buch bebilderte Anleitungen, wie zum Beispiel eine Beinwellsalbe oder die Ringelblumensalbe selber hergestellt wird. Oder habt ihr schon einmal Hustensaft und eine Schmerztinktur selber hergestellt? Das ist wirklich nicht schwer! Und vor allem helfen die Tipps nicht nur den Hunden, sondern auch einem selber.

Alles in allem ein wirklich sehr wertvolles Buch, dass ich – wie das Vorgängerbuch – schon öfters in den Händen hatte und das bei mir im Regal immer griffbereit ganz vorne steht. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir noch das Buch “Was blüht denn da” (ebenfalls im Kosmosverlag erhältlich) dazu besorgt habe, weil ich mir die ganzen Pflanzen einfach nicht merken kann. Ich sollte eben doch mal eine der Kräuterwanderungen bei Frau Nadig mitmachen – Hunderassen sind wesentlich einfacher zu unterscheiden 😉

Details zum Buch:
Alexandra Nadig
Heilpflanzen für Hunde
Gebunden, 200 Seiten
Kosmos Verlag
ISBN 9783440156063

Das Buch erhaltet ihr direkt im Verlag

Über die Autorin: Dr. med. vet. Alexandra Nadig hat über Phytotherapie promoviert und leitet zusammen mit Michael Böhringer AnimaPlanta, das Heilpflanzenzentrum für Mensch und Tier in Lorch, mit Tierarztpraxis, Seninarzentrum sowie Schau- und Nutzgarten.



Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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