Während die Hundephysiotherapeuten sich noch mit wenig Information zum aktiven Training am Hund herumschlagen, füllen sich schon die Trainingszimmer von vielen Trickfreunden mit viel Equipment aus dem Humanbereich oder mit Tools, speziell für Hunde hergestellt.
Aktives Training im therapeutischen Bereich oder zur Erhaltung der Fitness wird immer wichtiger im Hundesport, aber auch viele andere Hundebesitzer haben Spaß am Training und sind sehr kreativ in ihrer Trainingsgestaltung.

In den USA gibt es hierfür schon lange eine große Anhängerschaft und die Tatsache, dort nicht frei als Hundephysiotherapeut arbeiten zu dürfen (ähnlich wie in Österreich), hat diesen Trend sicher stark beeinflusst, wofür wir sehr dankbar sind.

Was gilt es aber zu beachten, wenn ich mit dem Training beginne?

Ich muss mir zunächst die Frage stellen, mache ich das „nur“ just for fun oder verfolge ich ein Ziel? Gerade im Fitnesstraining gibt es doch ein paar wichtige Dinge zu beachten, einige Punkte möchte ich gerne aufzählen.

  • Sicherheit: keine rutschigen Böden oder ungesichertes Equipment
  • Training nach Plan: nie spontan ans Training gehen, es eignen sich hierfür hervorragend die Trainingstagebücher von Kerstin oder Karteikarten.
  • Gesundheit: gesundheitliche Defizite miteinbeziehen und Übungen ausklammern, die für Euren Hund ungeeignet sind. Am besten hierfür einen Hundephysiotherapeuten zu Rate ziehen.
  • Schwerpunkte setzen: was möchte ich erreichen oder verbessern? Zum Beispiel Ausgleichübungen zum Sport, ein Muskeldefizit ausgleichen oder generell den Schub aus der Hinterhand verbessern?
  • Trainingsaspekte: wir sollten nie einseitig trainieren, also nicht nur Kraft oder Ausdauer und nicht nur in einer Ebene.
  • Trainingsplan: es ist sinnvoll, sich einen Trainingsplan über mehrere Wochen zu machen, in den auch andere Freizeitaktivitäten Berücksichtigung finden.

Zunächst ist es wichtig, die Schwachstellen an unserem Hund aufzudecken, bei den meisten Hunden findet sich eine Muskeldifferenz oder eine „Schokoladenseite“, die es auszugleichen gilt. Es gibt verhältnismäßig wenig Hunde über einem Jahr, an dem man nicht die eine oder andere Dysbalance auszugleichen hätte. Aber keine Sorge, bei uns Menschen ist es nicht viel anders 😊
Aufgrund unserem Screening setzen wir (flexible) Schwerpunkte und planen unser Training für die nächsten Wochen.

Wir sollten unseren Hund vor anstrengenden Trainings mit Kraft und Koordination auf jeden Fall aufwärmen und die Übungen sinnvoll aneinanderreihen, also keine Dehnungsübungen vor Kraftübungen setzen. Überforderungen sind unbedingt zu vermeiden! Hier ist unsere Devise wie bei jedem anderen Training auch: Aufhören wenn es schön ist!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Sporteln!

Categories: Hundefitness

Sandra Rutz

Sandra Rutz wohnt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren 2 Australian Kelpies und ihrer Cattle Dog Hündin am Bodensee. Sie ist Hundephysiotherapeutin, Osteopathin für Hunde, Sporttherapeutin und Autorin des Buches „Praxisbuch Hundefitness“. Sandra ist Geschäftsführerin der Praxis Hundephysio Kressbronn und dem Suchhundezentrum Europa. Ab 2019 bietet sie zusammen mit einem ausgewählten Dozententeam angelehnt an das Buch eine Hundefitnesstrainer-Ausbildung und eine Hundefitnesstherapeuten-Ausbildung an.

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