Heute überlasse ich Sarah Both die Tasten, denn sie hat ein Buch veröffentlicht, dass sie gerne vorstellen möchte. Und für alle Schnell-Entschlossenen gleich die Info vorweg:
Bis zum 12. Juli könnt ihr das EBook kostenlos herunterladen: Link zum Download

Familie Hofmann hat sich entschieden einen Hund in die aufzunehmen. Begeistert stürzen sie sich in die Recherche. Alle Online-Listen, der „besten 10-100 Familienhunde“ werden durchforstet. Viel Hundeerfahrung haben sie nicht, deswegen planen sie auch Zeit und finanzielle Ressourcen für einen Hundetrainer ein. Die Wahl fällt auf einen Terrier, denn alles was sie in den Rassebschreibungen gelesen haben, gefiel ihnen richtig gut.

Sie möchten einen Welpen, also schauen sie sich verschiedene Züchter an und entscheiden sich dann für einen so super süßen Welpen – nämlich genau den, der sofort zu ihnen gekommen ist und bei jedem Besuch ganz toll mit dem Sohn herumgetollt ist.

Der aufgeweckte Welpe zieht ein und die ersten Schwierigkeiten zeigen sich. Damit, dass der Hund so schwer zu beruhigen sein würde und so beharrlich die gesetzen Regeln in Frage stellt, hatten die Hofmanns nicht gerechnet. Das wird doch alles ganz schön viel mehr Arbeit als gedacht.

Sie trainieren ab Tag eins an ganz vielen Dingen. In einem Ratgeber haben sie eine 5-seitige Liste gefunden mit Dingen, die der Hund ganz schnell lernen soll, denn schließlich ist er nur jetzt so jung und aufnahmefähig. „Was Hänschen nicht lernt,….“ – also geben sie richtig Gas und entwicklen einen ausgefeilten Trainingsplan. Nach sehr kurzer Zeit kann der Hund Sitz, Platz, Rolle, Pfote geben und er kann sogar schon fast perfekt apportieren.
Nur wenn fremde Menschen kommen, dann wird er irgendwie immer unruhiger und bellt jetzt öfter mal. Mit fremden Hunden kann er auch noch nicht so gut zusammensein. Irgendwie kippt das tolle Spiel dann meistens. Aber das wird er schon noch lernen, schließlich gehen sie sogar zwei Mal in der Woche in eine Welpengruppe und nutzen jede Hundebegegnung, damit er mit dem Hund richtig ausgelassen spielen kann. Überhaupt tun sie ihr Bestes, um den Kleinen gut auszulasten, in der Hoffnung, dass er abends müde ins Bett fällt und die Möbel nicht mehr anknabbert. Der Erfolg ist hierbei meist nur kurzfristig, aber der Hund ist ja noch jung und sie bleiben dran.

Einige Monate später kommt die Pubertät und sie sitzen in der Falle. Wenn ihr Hund andere Hunde sieht, will er sofort hin. Das hat ihm schon zwei Mal richtig in Schwierigkeiten gebracht. Einmal war der fremde Hund von seiner schnellen Annäherung alles andere als begeistert und hat sehr heftig reagiert. Und ein anderes Mal hat er ohne zu schauen auf dem Weg zum anderen Hund eine viel befahrene Straße überquert. Deswegen muss er jetzt an der Leine bleiben, zu seiner eigenen Sicherheit. Er versteht das nicht und wird an der Leine immer ungehaltener, weil er unbedingt zu den fremden Hunden möchte. Aus lauter Frust hat er jetzt sogar schonmal Frauchen ins Bein gezwickt.

Sie rufen mich an, denn sie brauchen einen „Hundetrainer, der sich mit solchen Fällen auskennt“. Über die nächsten zwei Jahre arbeiten wir ganz intensiv an den Herausforderungen. Wir bringen dem Hund Ruhe bei, helfen ihm, sich in Begegnungen mit anderen Hund ruhig zu bleiben und sich höflich zu verhalten. Immer wieder treten größere Probleme auf. Es ist ziemlich mühsam. Sie überlegen immer wieder, ob es eine gute Entscheidung war, diesen Hund zu wählen. Aber über die Zeit lernen sowohl die Hofmanns als auch der Hund, wie sie miteinander umgehen und sie werden zu einem guten Team.
Sie erzählen von ihren Nachbarn – Familie Müller -, die hätten da irgendwie „mehr Glück“ mit ihrem Hund gehabt.

Ich kenne auch so eine Familie Müller. Doch der entspannte Hund, den sie haben, hat wenig mit Glück zu tun. Familie Müller hat einen ähnlichen Hintergrund wie die Hofmanns. Ein Hund für die Familie soll es sein. Hundeerfahrung hatte sie auch nicht besonders viel. Anstatt sich auf Rassebeschreibungen aus dem Internet zu verlassen und die Auswahl des konkreten Welpen ihrem verliebten Rosabrillen-Blick und der schwärmenden Beschreibung des Züchters zu überlassen, holten sie sich schon für die Auswahl des Hundes Unterstützung von einem Profi.

Im ersten Gespräch mit mir besprechen die Müllers zunächst, was sie sich von ihrem Hund wünschen, wie ihr Alltag aussieht und wir finden heraus, welche Charaktere in der Familie sind. Es wird deutlich, dass sowohl Herr und Frau Müllers gut und klar kommunizieren können, der Alltag mit den drei Kindern durchaus turbulent ist und der Hund optimalerweise ohne große Aufregungen im Alltag einpassen sollte.

Aus den favorisierten Rassen konkretisiert sich dadurch schon eine heraus, die tendenziell besonders für die Müllers geeignet ist. Gemeinsam fahren wir zu einigen Züchtern und suchen den geeigneten Züchter mit dem geeigneten Wurf aus.
Die Müllers sind bezaubert von den Welpen. Der eine mit dieser besonderen Farbe hat es ihnen sehr angetan. Er ist so aufgeweckt und die Kinder sind sofort verliebt. Nach einigen Besuchen und Beobachtungen empfehle ich genau diesen Welpen nicht auszuwählen, sondern die unscheinbare Schlafmütze ins Auge zu fassen. Der Hund, der immer in der Ecke gepennt hat, selbst im größten Trubel.
Die Müllers überlegen lange, entscheiden sich dann aber für den Hund, den ich empfohlen hatte.
Der Welpe zieht ein. Der Alltag mit Welpe ist für alle neu und aufregend. Wir besprechen, welche Dinge dieser Hund in der Familie besonders gut können muss. Er bekommt Zeit, das Leben kennenzulernen. Fremde Menschen und Kühe sind für ihn schon bald kein Problem mehr. Er lernt in ausgewählten Hundebegegnungen, sich höflich mit anderen Hunden zu verhalten. Er kann gut im Auto mitfahren und dort warten. Auch alleine zu Hause bleiben ist kein Problem. Er geht meistens gut an der Leine und entwickelt sich prima. Die Müllers sind sehr glücklich mit ihrem Hund. Im Alter von einem Jahr kann er weder Sitz noch Platz, weil das für die Müllers nicht wichtig erscheint. Aber er kann überall mit hin, ist meistens fast unauffällig und einfach ein Traumhund für die Familie. Hin und wieder tauchen kleinere Fragen auf, die mit meiner Hilfe schnell beantwortet werden können, aber der große Krach bleibt aus. Nicht einmal die Pubertät wird besonders anstrengend.
Mittlerweile ist dieser Hund zwei Jahre alt, bezaubert die komplette Familie, ist in jeder Situation völlig gelassen und die Müllers sind sehr froh, genau diesen Hund zu haben.

„Der Traumhund“ hat nichts mit Glück zu tun. Durch die Auswahl des passenden Hundes für die jeweilige Lebenssituation und dessen anschließend sinnvolle Vorbereitung durch Training auf genau DAS Leben und kein anderes, erschaffst du dir deinen eigenen Traumhund.

Im Buch „Hundetraining für Welpen und Junghunde“ geht es genau um diesen Weg:
Was ist bei der Auswahl des Hundes zu beachten?
Was ist für mich wichtig – was soll mein Hund können?
Wie bringe ich ihm diese Dinge bei?
All diese Fragen werden im Buch beantwortet.

Das Buch ist hier momentan noch als Ebook erhältlich: Amazon

Wer fragen zur Welpenerziehung oder zu dem Buch selber hat, kann sich direkt an Sarah wenden: https://bothshunde.com

Categories: Buchempfehlung

Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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