Hundesport – Leistung und Gesundheit

Kaum beginnt der physiotherapeutische Gedanke im Hundesport sich vermehrt zu festigen, kommen schon die ersten und kritisieren die Beweggründe, die manch einen Hundesportler sportphysiotherapeutische Unterstützung für seinen Hund suchen lassen.

„Das ist ja alles ein netter Gedanke mit der Physiotherapie im Sportbereich, aber jetzt mal ehrlich, da gehen doch Einige bestimmt nur hin, weil sie die Leistungen ihrer Hunde verbessern wollen. Die nutzen die Unterstützung der Hundephysiotherapeuten doch nur, damit sie im Sport mit ihren Hunden erfolgreicher sind…“

Ob und wenn ja, warum diese Motivation denn nun verwerflich ist, mag ich an dieser Stelle gar nicht beantworten, da ich es zunächst deutlich interessanter finde, mich mit dem Gedanken „der Leistungsoptimierung“ an sich zu beschäftigen.

Sporthunde haben „Leistung“ zu erbringen, das ist unbestritten und diese Leistung ist nicht vergleichbar mit dem Pensum, welches ein normaler Familienhund so zu erbringen hat. Jeder Hundesportler trainiert auf die eine oder andere Art mit seinem Hund, um diesem das Erbringen der geforderten Leistung auch zu ermöglichen. Der Aufbau eines Sporthundes nimmt, wenn man es konsequent und von der Basis an gut gestaltet viel Zeit in Anspruch. Wir sollten davon ausgehen, dass das Training mit dem Ziel gestaltet wird, dass der Hund seine Leistungen „verbessert und effektiver macht“. Nach der gängigen Definition bedeutet dies nichts anderes, als diese Leistung zu „optimieren“.

Lassen wir dies fürs erste Mal so stehen und betrachten den sportphysiotherapeutischen Anteil aus der oben stehenden Kritik. Was ist ein guter Grund, den eigenen Sporthund physiotherapeutisch zu begleiten?

Der Hund soll körperlich so aufgestellt sein, dass er das Training und den sportlichen Einsatz so gesund wie möglich bewältigt.

Wir möchten das Verletzungsrisiko so weit wie möglich senken und dafür sorgen, dass Belastungs – und Überlastungsschäden gar nicht erst entstehen. Dafür nutzen wir in der Sportphysiotherapie eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Muskulatur gezielt zu stärken, das Körpergefühl und die Koordination zu verbessern und alle Strukturen stabil und gleichzeitig flexibel zu halten.

Dazu passen wir z.B. das Training an, ergänzen dies mit gezielten Übungen und achten bei regelmäßigen Kontrollen darauf, dass die Funktionalität des gesamten Bewegungsapparates nicht durch Blockaden oder Verspannungen gestört wird.

Wir erreichen damit, dass der Hund seinen Körper uneingeschränkt nutzen kann und diesen leichter und sicherer innerhalb der sportlichen Leistungsanforderungen bewegen kann. Mit wachsendem Körpergefühl und steigender Koordination werden die Bewegungen „besser und effektiver“ und der Hund ermüdet langsamer.

Anders formuliert optimieren wir mit einer gezielten und individuell angepassten sportphysiotherapeutischen Unterstützung die Leistungsfähigkeit des Sporthundes, so dass dieser seine Aufgaben mit einem geringeren Verletzungsrisiko erfüllen kann.

Ich glaube, wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass der Gegenschluß ebenfalls funktioniert: ein gesunder Hund, der sich in seinem Körper sicher fühlt und diesen bewusst und effektiv einsetzen kann, ist automatisch auch leistungsfähiger.

 

 

Ich mag es, wenn wir in der Lage sind die Leistungsfähigkeit unserer Sporthunde durch sportphysiotherapeutische Begleitung zu optimieren und dadurch zur Gesunderhaltung des Hundes beizutragen. All dies bedeutet viel Zeit, Geduld und Arbeit für den Hundebesitzer und ich denke, wer dies investiert und damit dafür sorgt, dass wir einen weiteren möglichst gut aufgestellten Sporthund im Hundesport finden, der darf sich auch gerne darüber freuen, dass sein Hund nicht nur ein geringeres Verletzungsrisiko hat, sondern insgesamt auch in der Lage ist bessere Leistungen zu zeigen.

Aus meiner Sicht spielt es tatsächlich keine große Rolle, was für den Hundesportler als Motivation für unsere Unterstützung zählt.

 

Der Hund profitiert bei einer regelmäßigen und konsequenten sportphysiotherapeutischen Unterstützung in allen Bereichen und es ist nicht möglich, unsere Fähigkeiten ausschließlich aus Erfolgsgründen zu nutzen.

 

 

So oder so muss der Hundebesitzer – wie schon gesagt – viel Zeit, Geduld und Arbeit investieren, um seinen Hund im Sport gesünder zu halten und dessen Leistung zu optimieren.

Wenn dies am Ende dazu führt, dass er mit seinem gesunden Hund auch erfolgreicher wird, ist das doch ein netter zusätzlicher Lohn für dessen Mühe.

Aber ob sich diese Leistungssteigerung tatsächlich auch in den Punkten und Bewertungen bemerkbar macht, steht meiner Meinung nach eh auf einem anderen Blatt 😉

Kategorien: Physiotherapie

Britta Reiland

Britta Reiland, geb. 01.09.1974 Sportphysiotherapeutin, Dozentin und Autorin

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