Der Kreis steht, du und dein Hund, ihr seid bereit für eure erste Einheit am Longierkreis!

Eine Longiersequenz beginnt zu Beginn oft mit einem sitzenden Hund am Kreis, während der Mensch in den Kreis hineinsteigt. Wichtig ist, dass ihr ruhig an den Kreis herantretet und der Hund wartet, bis der Mensch „in Spielposition“ ist. Die Interaktion, das Startsignal für das Spiel Longieren geht dabei immer vom Menschen aus.

Los geht’s!

Gewappnet mit gut schluckbaren Leckerchen, eventuell einem Clicker und deinem an einer langen Leine angeleinten Hund trittst du an den Longierkreis heran und lässt deinen Hund außerhalb des Begrenzung absitzen. Lobe ihn fürs sitzen bleiben, während du in den Kreis hinein steigst. Übe diese Sequenz, wenn es deinem Hund schwer fällt, draußen sitzen zu bleiben.

Bleibe zu Beginn nah an der Kreismarkierung stehen und wende dich deinem Hund zu. Halte die Leine mit deiner inneren Hand, so dass du die äußere Hand sowohl für deine Signale wie auch für das Reichen der Belohnungen zur Verfügung hast.

Versuche, deinen Hund in Bewegung zu bringen, dafür machst du eine deutliche Körper und Handbewegung in die gewählte Laufrichtung und gibst eventuell noch ein Wortsignal dazu. Ich starte immer gegen den Uhrzeigersinn, so dass der Hund rechts neben mir läuft.

Tipp: Meine Hunde konnten „Bei Fuß gehen“, bevor wir mit dem Longiertraining begonnen haben. Gegen den Uhrzeigersinn zu starten vereinfachte ihnen mit der ungewohnten Distanz zu mir fertig zu werden.

Gehe dann los, achte darauf mit deiner Schulter auf Höhe der Schulter deines Hundes zu bleiben. Achte auf euer gemeinsames Tempo, dein Hund sollte für den Anfang raumgreifend im Schritt oder langsamen Trab, weder zu schnell noch zu langsam laufen.

Der richtige Belohnungsmoment

Wenn dein Hund neben dir herläuft ist schon der richtige Moment, ihn dafür zu belohnen. Auch Blickkontakt muss meiner Meinung nach belohnt werden – denn statt in den Kreis hineinzuhüpfen, um Kontakt aufzunehmen, bleibt der Hund in seinem Bereich und sucht eine andere Möglichkeit, Kontakt zu seinem Menschen aufzunehmen.

Dies kann ein verbales Lob sein, welches das Verhalten nicht unterbricht, aber deinem Hund mitteilt, dass das was er macht, richtig ist – denk daran, Kreislaufen ist für deinen Hund ganz neu, er weiß noch nicht wie das Spiel funktioniert.

Die Belohnung

Zunächst empfehle ich immer die Belohnung mit Futterstücken, da dir diese Belohnungsart die höchste Kontrolle über den Belohnungsort bietet und das Longieren selbst am wenigsten unterbricht.

Achte bei der Futterbelohnung darauf, dass dein Hund auch zur Belohnung erstmal nicht zu dir in den Kreis kommt, sondern du ihn außerhalb des Kreises fütterst und zwar ausgerichtet in die Laufrichtung. Achte auf deine Körpersprache, bleibe parallel zu deinem Hund und richte dich nicht frontal zu ihm aus, um seine Laufbewegung nicht zu unterbrechen.

Als fortgeschrittenes Longierteam könnt ihr später auch auf andere Belohnungen wechseln, wie Spielzeug, Futterbeutel, Treat and Train, etc.

Das Stoppen

Dein Hund läuft locker am Kreis neben dir, sucht dabei nicht den Boden nach spannenden Stellen ab, sondern orientiert sich an dir. Er muss dich nicht die ganze Zeit anschauen, doch sein Fokus bleibt immer bei dir. Nun möchtest du irgendwann stehen bleiben. Bisher blickst du in Laufrichtung, nun richtest du dich frontal zu deinem Hund aus. Du kannst dieses körpersprachliche Signal gut durch ein verbales „Sitz“ oder „Stop“ verstärken, falls nötig. Belohne deinen Hund außerhalb des Kreises dafür und starte anschließend wieder in die bereits bekannte Laufrichtung.

Beende das Training immer dann, wenn es gut läuft. Halte die Trainingssequenzen anfangs kurz – Longieren sieht einfach aus, ist aber vor allem am Anfang sehr anstrengend für den Hundekopf.

Ich übe in den ersten Sequenzen immer wieder ruhig an den Kreis herantreten, in die gewählte Richtung auf Signal loszulaufen, auf das Signal hin anzuhalten und erneut loszulaufen.

Je nach Hund gestalte ich den Abschluss anders – der eine darf zu mir in den Kreis hüpfen, um in der Mitte mit mir und einem Zergel zu toben, für den anderen werfe ich ein Spielzeug so weit ich kann über den Trainingsplatz, einen anderen lasse ich am Rand sitzen, gehe zu ihm und gemeinsam entfernen wir uns ruhig vom Longierkreis – jeder, wie er es braucht.

Categories: Longieren

Natascha

Natascha lebt mit ihrem Partner und ihren beiden Hunden Phoebe (13) und Quinn (8) zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Sie arbeitet als Hundetrainerin (zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz, Abs. 1, Nr. 8f) und Schreibberaterin im Ruhrgebiet. In ihrer Hundeschule steht sie Menschen mit reaktiven Hunden bei und bietet Beschäftigungskurse wie Tricktraining, Longieren oder Balancieren an. Mit ihren eigenen Hunden ist sie aktiv am Longierkreis unterwegs, mit Border Collie Quinn trainiert sie Obedience und fährt mit dem Dogscooter, Hündin Phoebe liebt Schnüffelaufgaben.

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