Nachdem wir uns im letzten Blogbeitrag dem Thema Trockenfutter gewidmet haben, geht es heute um das Nassfutter.

Nassfutter hatte lange Zeit einen eher schlechten Ruf. Es hieß, es seien nur Abfallprodukte der Lebensmittelproduktion für Menschen enthalten, sogar teilweise mit schädigende Substanzen. Die Dosen waren schlecht deklariert, so dass keiner diesen Mythos überprüfen konnte und es wurde allgemein dazu geraten, zu Trockenfutter zu greifen (lustigerweise hat niemand hinterfragt, was darin enthalten ist, zumal die Bestandteile erhitzt und zu Mehl verarbeitet wieder “zusammengeklebt” wurden).

Dies hat sich mittlerweile gravierend verändert und immer mehr Hundebesitzer greifen zu Nassfutter. Schauen wir uns zunächst einmal die Vor- und Nachteile an.

Der Nachteil gegenüber Trockenfutter liegt auf der Hand: es ist schwerer zum Mitnehmen, benötigt mehr Lagerplatz, kann nicht ganz so einfach dosiert werden und als Leckerlie zum Füttern aus der Hand überhaupt nicht geeignet.

Nassfutter hat aber den Vorteil, dass es im Magen nicht quillt und viel Flüssigkeit enthalten ist, so dass kein Wasser entzogen wird und der Hund keinen (zusätzlichen) Durst bekommt.

Die meisten Nassfuttersorten sind inzwischen sehr gut und ausführlich deklariert, so dass man die Inhaltsstoffe gut nachvollziehen kann und eine große Auswahl hat. Auch hier enthalten die als “Alleinfuttermittel” deklarierten Dosen zumindest rechnerisch alle Nährstoffe, die der Hund benötigt.

Ich sehe den großen Vorteil von Nassfutter gegenüber Trockenfutter neben der enthaltenen Feuchtigkeit darin, dass es weniger verarbeitet ist als Trockenfutter. Auch hier gehen aufgrund des Prozesses des Hocherhitzens Nährstoffe verloren, die zugesetzt werden müssen, jedoch ist es unbehandelter als Trockenfutter.

Die große Vielfalt und Deklaration erlaubt es einem, für seinen Hund das Richtige zu wählen, von Single-Proteinquelle bis Bio-Menü.

Zwei Nachteile seien noch erwähnt: Je nach Verdauung des Hundes, kommt es häufig vor, dass der Kot weicher ist. Dies kann langfristig zur Verstopfung der Analdrüsen führen, was sehr unangenehm für den Hund ist und auch zu gefährlichen Entzündungen und Abszessen führen kann. Außerdem werden durch das Fressen von Nassfutter die Zähne nicht gereinigt, da kein Kau- und Nageprozess stattfindet, wie das beispielsweise bei rohen fleischigen Knochen der Fall ist.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass diese Übersichten über die Futtermittel lediglich als Inspiration dienen sollen, wenn man sich für ein Futtermittel entscheiden möchte. Natürlich gibt es wie bei allen Futtermitteln, unterschiedliche Erfahrungswerte und Empfehlungen. Wichtig ist, das richtige Futtermittel für sich und seinen Hund zu finden und sich vorher ausreichend zu informieren. Dabei müssen immer unbedingt die Faktoren Alter, Bewegung, Größe, Gewicht, Einsatz (Dienst oder Sport), und vor allem der Gesundheitszustand des individuellen Hundes berücksichtigt werden.

In den nächsten Artikeln werden wir uns selber zusammengestellte Rationen ansehen und näher darauf eingehen.

Bei Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten sind unten im Steckbrief zu finden.

 

Über den Autor

Christine Lindsey
Christine Lindsey
Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne.

Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig.
Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.
Kategorien: Ernährung

Christine Lindsey

Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne. Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig. Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

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