Momentan sprießen sie wie die Pilze aus dem Boden: Agility Online Classes
Für jeden auf der Welt, über sämtliche Landesgrenzen hinaus scheint es für jedes Problem eine Lösung zu geben. Das Internet macht es möglich, dass man nicht auf das persönliche Training seines Lieblingscoaches aus z.B. den USA verzichten muss. Frei nach dem Motto: Ist das Kunst oder kann das weg? Schauen wir mal, ob man Online Classes überhaupt braucht oder nicht.

Wer braucht das und warum?

Also streng genommen BRAUCHEN tut es ja eigentlich niemand, ABER…

Ich selbst habe mit Neli in unserer jetzt dreijährigen Agility-Laufbahn an 2 online classes teilgenommen. Warum? Weil es tatsächlich für unsere Probleme niemanden gab, der uns wirklich helfen konnte. Es kommt natürlich immer darauf an wie der Hund ausgebildet ist, aber selbst für Welpen gibt es ja jetzt schon die Agility-Online-Foundations-Grundlagen-Aufbau-PiPaPo-Class. Wie hat man das denn früher ohne Internet gemacht? Da hat man doch auch in seinem Verein/Hundeschule trainiert und den Hund zum Agility-Hund ausgebildet, oder ist für Seminare mehrere hundert Kilometer weit gefahren. Das muss man ja heutzutage garnicht mehr. Ich kenne fast niemanden, der nicht mindestens 1 Agility Gerät bei sich zuhause im Garten stehen hat. Agility wird immer schneller, professioneller und auch individueller und so auch die Probleme und Baustellen der einzelnen Teams. Deshalb ist es durchaus sinnvoll sich die Online Classes die es so gibt mal genauer anzuschauen.

Vorteile/Nachteile einer Online Class

Ein großer erster Vorteil ist: Man kann sich seine Trainingszeiten flexibel einteilen und ist nicht an feste Trainingszeiten gebunden. Noch flexibler ist man natürlich, wenn man sein eigenes Equipment im Garten stehen hat. Denn das “normale” Vereinsmitglied hat keinen Schlüssel zum Hundeplatz umso flexibel trainieren zu können. Und damit komme ich auch schon zum Nachteil der sich daran anschließt: Wenn man kein eigenes Equipment hat, ist man wieder auf den eigenen Verein angewiesen. Wir haben das z.B. damals so gemacht, als ich noch keinen Schlüssel hatte, dass ich immer wenn grade Training war (sei es Hoopers oder RallyO) zur gleichen Zeit in einer anderen Ecke vom Platz mit Neli für die Online Class trainiert habe. Anders war es ja nicht möglich. Für viele Online Classes ist es notwendig täglich zu trainieren (Running Contacts), da kann man nicht mal eben jeden Tag zum Hundeplatz fahren. Fakt ist: Für Online Classes braucht man immer irgendwas an Equipment – bei simplen Hürden angefangen.

Ein weiterer Vorteil ist aber, dass man immer zeitnah Feedback zu seinen Trainings bekommt. Klar muss man sich dann die Mühe machen und sich immer filmen, den Kram hochladen und abwarten bis das Feedback kommt. Aber das finde ich jetzt nicht so schlimm. Ein Nachteil zum Feedback ist natürlich, der Trainer sieht euch nur aus einer Perspektive und nicht  direkt live um ggfls. zu korrigieren. Da heißt es dann auf Feedback warten um es dann beim nächsten mal ggfls. besser machen zu können. Ebenso sind viele Online Classes auf Englisch. Ist für mich jetzt persönlich überhaupt kein Problem, aber für jemanden der es nicht beherrscht ein Nachteil. Klar gibt es auch deutsche Online Classes, aber die englischsprachigen überwiegen doch. Ist ja auch logisch, denn die Trainer die die Classes anbieten wollen ja ein breites Publikum erreichen.

Da man in einer Online Class meist nicht allein ist, sondern noch mehrere Klassenkameraden hat, hat es außerdem den Vorteil, dass man sich die Trainingsvideos der anderen anschauen kann, um zu sehen wie diese die Trainingsvorgaben umsetzen. Bei Online Classes ist jeder Trainingsschritt super detailliert beschrieben und man kann sich Videos anschauen wie es aussehen soll. Zumindest war das bei den beiden Classes wo ich mitgemacht habe so, und ich gehe davon aus das dass in 90% der Fälle so ist.

Definitiv ein weiterer Vorteil: Es wird individuell auf jeden eingegangen und für jeden gibt es eine individuelle Lösung. Also quasi ein maßgeschneidertes Training für sich und seinen Hund.

Ob der Preis jetzt ein Vor- oder Nachteil ist will ich nicht beurteilen. Auf den ersten Blick erscheinen manche Online Classes doch sehr teuer, da kommt man schon ins Schlucken, aber auf lange Sicht gesehen und wie intensiv so ein Training ist, gleicht sich das wieder aus. Manche Online Classes die über 300 EUR kosten würde ich persönlich nie buchen, aber das ist ja jedem selbst überlassen. Man muss halt schauen was kriegt man für sein Geld und ob man die Zeit dafür hat.

Bringen Online Classes überhaupt was?

Ich persönliche sage: DEFINITIV JA!
Wie oben schon erwähnt gab es für unsere 2 Problemchen keine Lösung hier in der Nähe, also suchte ich nach Online Classes. Unser erstes Problem war damals die Geschwindigkeit, oder besser gesagt die nicht vorhandene Geschwindigkeit von Neli. Sie machte gerne Agility, aber eben in ihrem eigenen Tempo. Für mich damals super frustrierend, weil zum spazieren gehen brauche ich keinen Parcours, dass geht auch ohne. Von einer Freundin wurde mir die Speed & Motivation Class von Katarina Podlipnik empfohlen. Sie hatte diese Class selbst mit ihrer Hündin gemacht und das Ergebnis sprach für sich. Wir machten also diesen Kurs ebenfalls. Dieser dauerte 3 Monate, war sehr intensiv, teilweise auch sehr anstrengend aber lohnenswert! Wenn man sich vorher/nachher Aufnahmen ansieht, glaubt man nicht das ich noch mit dem gleichen Hund laufe. Es war also definitiv sein Geld wert. Diese Class ist auf Englisch, da Katarina aus Osteuropa kommt. Man versteht aber alles super und es ist leicht verständlich.

Unser zweites Problem – mit dem ich jetzt schon seit über 1 Jahr kämpfe – ist die Wippe.
Keine Ahnung warum aber die Wippe findet Neli echt zum kotzen. Hier hatte ich tatsächlich schon verschiedene Methoden von verschiedenen Trainern ausprobiert. Bin sogar ins HSZ NRW für eine kleine “Problemlösestunde” gefahren, aber all das hat nichts gebracht. Hier bin ich durch eine Facebook Gruppe für Online Classes auf die von Jessica gestoßen. Ein 3 Wochen Teeter-Tune-Up Workshop. Dieser auch auf Englisch, da Jessica aus den USA kommt. Also mit unseren Online Classes sind wir schon weit gereist. Diese Class ist vor 2 Wochen zuende gegangen und hier muss ich sagen, war es definitiv zu kurz. Unser Problem ist noch nicht ganz gelöst, aber wir sind schon weiter als mit den Versuchen davor und bleiben weiter dran. Mit Jessica stehen wir auch noch weiterhin in Kontakt, also auch das ist möglich, wenn man eine Class abgeschlossen hat.

Fazit

Online Classes sind eine tolle Sache, muss aber zu einem selbst und zu seinem Hund passen. Nicht jeder hat die Zeit dafür bestimmte Dinge täglich zu trainieren und nicht jeder hat eigenes Equipment. Online Classes sollte man erst machen, wenn alles andere nicht funktioniert. Ist zwar der längere Weg, aber am Ende spart man Geld. Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen mit Online Classes gemacht und kann jedem empfehlen welche zu machen, wenn es notwendig ist.

 

Über den Autor

Chrissy
Chrissy
Chrissy arbeitet als Mediengestalterin Bild & Ton wo sie hauptsächlich für ihren Sender PetsTV arbeitet. Nebenbei dreht sie Videos für ihren YouTube Kanal bei dem es sich natürlich auch hauptsächlich um Themen rund um den Hund dreht. Mit ihrem Kleinspitz Neli ist sie in der A2 small im Agility unterwegs und macht nebenbei für sich auf den Gassirunden Unterordnung.
Kategorien: Agility

Chrissy

Chrissy arbeitet als Mediengestalterin Bild & Ton wo sie hauptsächlich für ihren Sender PetsTV arbeitet. Nebenbei dreht sie Videos für ihren YouTube Kanal bei dem es sich natürlich auch hauptsächlich um Themen rund um den Hund dreht. Mit ihrem Kleinspitz Neli ist sie in der A2 small im Agility unterwegs und macht nebenbei für sich auf den Gassirunden Unterordnung.

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