Wir kennen es alle: Hier ein Zettel, da Stichworte aus einem Seminar, Infos aus dem nächsten Onlinekurs und dazu die Ideen des Trainers und noch mehr Ideen von den Leuten, die man so beim Training trifft. Da kommt eine ganz schön große Sammlung zusammen. Auch solche Dinge können in dem Trainingstagebuch festgehalten werden – wer weiß, wann man die Ideen braucht. Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Vor lauter “noch mehr Trainingsansätze” verliert man gerne den eigenen Hund aus den Augen. Wir machen bei jedem Seminar mit, um Lösungen zu sammeln und um noch mehr zu sehen… Und mit dem eigenen Hund? Klar werden die neuen Trainingsansätze immer auch mit dem eigenen Hund irgendwann ausprobiert – “Da war doch mal was… Seminarleiter xy hatte das mit dem Hund so gemacht…”. Da versucht man dies, wenn das nicht klappt, versucht man die andere Idee. Und am Ende hat man sich komplett verzettelt und es geht im Training gar nichts mehr. Der andere Extremfall ist der, dass vor lauter Perfektion und “das muss so gehen und dieses muss so aussehen” völlig übersehen wird, was der Hund einem anbietet und das er die Übung auf seine Art toll macht. Und da sind wir bei dem Punkt: Müssen Übungen immer so aussehen, wie es das “Ideal” (von wem auch immer das Ideal stammt) vorgibt oder dürfen Hunde nicht auch zeigen, was sie können und wie sie es schaffen, eine Übung umzusetzen?

Bevor ich mich jetzt hier verzettel, zurück zum eigentlichen Thema. Damit vor lauter neuer Trainingsideen der eigene Hund nicht übersehen wird, sind Trainingspläne sinnvoll. Wir verlieren nicht aus den Augen, was wir mit ihm als Team schon alles erreicht haben, wo wir stehen und woran wir noch arbeiten müssen. Und beim letzten Punkt verlieren wir unseren Weg nicht aus den Augen – der vielleicht auch mal etwas mehr Zeit braucht. Aber der geplante Weg ist meist doch schneller, als zig Trainingsvarianten auszuprobieren und wieder hinzuwerfen.

Lasst uns an dieser Stelle einfach mal Gründe sammeln, warum ein Trainingsplan Sinn macht:

  • Wir haben ein festes Ziel vor Augen – am besten noch auf einen Termin gesetzt, damit das Ziel messbar wird
  • Trainingspläne liefern auf dem Weg zu diesem Ziel einen methodischen Aufbau des Trainings – im Hundesport ist bekanntlich der Weg das Ziel
  • Zu Beginn halten wir den Ist-Zustand fest und bauen darauf unser Training auf. Mit jedem Training verschiebt sich der “neue” Ist-Zustand – wir sehen unseren Fortschritt und haben nicht mehr das Gefühl, auf der Stelle zu treten
  • Durch Trainingspläne wird der Überblick nicht verloren – wir planen einen Weg, von dem wir überzeugt sind, dass er mit unserem Hund umsetzbar ist. Klemmt es an einem Schritt, können wir auf unsere Sammlung an Trainingsvarianten zugreifen und unseren Plan ergänzen. Und trotzdem haben wir unser Ziel immer im Blick
  • Trainingspläne bringen also Struktur auf den Hundeplatz
  • Wir trainieren nicht nur unsere “Wohlfühl-Übungen”, sondern arbeiten auch an den größeren Baustellen
  • Ein guter Trainingsplan beinhaltet auch die Dauer einer Trainingseinheit, um zu vermeiden, dass der Hund überfordert wird oder ähnliches. Wir hören auf, wenn es am schönsten ist
  • Trainingspläne können manchmal auch der kleine Tritt in den Hintern sein, den man vielleicht mal braucht
  •  Trainingspläne erleichtern die Organisation
  • Sie können helfen, mit dem Trainer neue Schritte zu planen und zu schauen, an welchen Stellen es noch klemmt
  • Und das wichtigste: Trainingspläne sind ein toller Rückblick – wir sehen schwarz auf weiß, was wir schon alles geleistet haben.

Was bei der Sammlung an Vorteile am wenigsten vergessen werden darf: Wir Hundeführer müssen uns Gedanken machen, wie wir unseren Hunden verständlich machen können, was wir möchten und wir er uns am besten verstehen kann. Sicherlich fallen euch noch mehr Gründe für einen Trainingsplan ein. Auch wenn es im ernsten Augenblick ein zusätzlicher Aufwand zu sein scheint, einen Trainingsplan zu erstellen, können wir doch zusammenfassend auf alle Fälle sagen, dass die Pläne uns eine Orientierung liefern und wertvolle Protokolle sind.

Ihr habt Lust auf mehr? Dann schauen wir uns die nächsten Schritte an. > Trainingsplanung

Über den Autor

Kerstin
Kerstin
Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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