Heute machen wir in der Trainingsplanung einen kleinen Seitensprung. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass alle etwas unter dem Thema “Shapen” bzw. “Freies Formen” verstehen. Wenn wir das für euch erklären sollen, dann sagt uns in den Kommentaren bitte kurz bescheid.

Schaut auf euren bisherigen Trainingsplan und überlegt, ob es Ziele oder Steinchen gibt, bei denen es sich anbietet, dem Hund über das Shapen herausfinden zu lassen, was wir in der kommenden Trainingseinheit möchten. Was muss der Hund zeigen, um an seine Belohnung zu kommen und wie sieht der Trainingsfluss aus, ohne ins Stocken zu geraten? Gibt es Steinchen, bei denen ihr durch den Ort der Belohnung den Trainingsfluss positiv beeinflussen könnt? Zudem solltet ihr euch Gedanken über eure Belohnungskriterien machen, um an euer Ziel zu kommen. Auch hier gilt wieder die Reihenfolge: Think – Plan – Do – Think.

Der Trainingsplan steht – dann ran an die Umsetzung.

Macht euch nach der Trainingseinheit wieder Notizen:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was ist nicht so gut gelaufen?
  • Wo steht ihr jetzt im Training? Habt ihr euer Ziel/Zwischenziel erreicht?
  • Solltet ihr das geplante Ziel nicht erreicht haben: Woran lag es?
  • Was muss beim nächsten Training verbessert werden?

Achtet beim Shapen auch auf die Dauer der Trainingseinheit. Kurz und knackig mit einer hohen Erfolgsrate bringt euch schneller weiter als lange Einheiten mit vielen Fragezeichen.

Belohnung

Wenn wir bei dem Thema “kurz und knackig” sind, dann sollten wir den Seitensprung an dieser Stelle nutzen, um auch einen Blick auf die Belohnung zu werfen. Wie schon oft erwähnt, solltet ihr euch Gedanken machen über eure Belohnungspunkte (Wo wird der Hund wann belohnt) und darüber, wie ihr den Hund am sinnvollsten belohnt. Hier erstmal eine (bei weitem nicht vollständige) Liste an Belohnungsideen:

  • Futter: Leckerlis (zig Varianten), Nassfutter, Trockenfutter, große oder kleine Käsewürfel
  • Futtertuben
  • Futterbeutel
  • Futterdosen, die der Hund nicht selber öffnen kann
  • Spielis (Werfen, Zerren, Halten, Tragen, Quitschen,…)
  • Lieblingsbeschäftigung, wie zB. Buddeln (auf dem Hundeplatz macht ihr euch da keine Freunde mit 😉 ) oder Wettrennen

Überlegt euch, welche Belohnungsvarianten ihr bei eurem Hund generell habt. Im nächsten Schritt nehmt ihr diese Liste und schaut, zu welchem Trainingsschritt welche Belohnungsvariante am besten passt. Achtet bei dieser Zuordnung darauf, dass euer Trainingsfluss nicht unnötig unterbrochen wird. Und habt noch mehr ein Auge darauf, ob die Belohnung für den Hund in dem Moment wirklich eine Belohnung war. Ansonsten solltet ihr euren Plan wieder überdenken.

Die Belohnung ist geplant – legt nun fest, für welches Verhalten eine Belohnung ausgegeben werden soll. Und wann es vielleicht auch einen Jackpot gibt. Vielleicht bietet es sich in der Trainingseinheit auch an, mit einer Staffelung zu arbeiten wie im Notensystem: Den kleinen Keks gibt es für etwas gutes, den Käse für etwas richtig tolles und den Jackpot gibt es für die beste Leistung, die er in dem Moment hätte zeigen können.

Ein weiterer Gedanke an dieser Stelle: Vielleicht möchtet ihr eure Belohnung auch dem Grad der Ablenkung anpassen. Oder ihr plant, die Belohnungsrate langsam zu verringern, weil der Hund die Übung soweit verstanden hat, dass Belohnungen ausgeschlichen werden können. All das gehört mit in euren Trainingsplan, um mit der nächsten Einheit einen Schritt weiter und dem großen Ziel näher zu kommen.

Viel Spaß beim Training 😀


Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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