Wir haben ja nun reichlich Seiten gefüllt… Dinge markiert, durchgestrichen, abgeändert, über den Haufen geworfen, ergänzt, auseinander gebröselt… was auch immer. Wir waren fleißig. Aber bei all den Notizen, die ihr euch zum Training macht, verliert nie das große Ziel aus den Augen, dass ihr eigentlich erreichen wolltet. Um bei der ganzen Detailarbeit zu den Steinchen nicht den Überblick zu verlieren, haben wir euch hier noch ein paar Tipps zusammen gestellt:

Das große Ziel

Schreibt auf einen Postit-Zettel euer großes Ziel auf und klebt das auf die jeweils aktuelle Seite in eurem Trainingsplan. So verzettelt ihr euch nie und landet womöglich ganz woanders im Training. Das kann zwar auch spannend und lustig sein, wenn man einfach mal so drauf los clickert und schaut, was am Ende dabei heraus kommt. Aber dafür brauchen wir keine Trainingspläne.

Überblick

Meistens trainieren wir ja an mehreren Steinchen gleichzeitig – uns wird nicht langweilig, dem Hund wird nicht langweilig und wir können unsere Trainingseinheiten abwechslungsreicher gestalten und kombinieren. Um den Überblick nicht zu verlieren, empfehlen wir euch, euch eine Übersicht anzulegen, in der ihr alle Ziele/Übungen eintragt, an denen ihr gerade arbeitet. Macht euch jeweils ein Smiley, Haken oder ähnliches dahinter, wenn ihr an der Übung trainiert habt. So seht ihr am Ende zum einen, wie oft ihr an einer Übung arbeitet und zum anderen entdecken viele, welche Übungen nicht wirklich gerne gemacht werden. Denn sind wir mal ehrlich: Es gibt immer Übungen in der Prüfungsordnung, die uns weniger liegen und die wir genau aus diesem Grund gerne ganz weit zur Seite schieben. Damit sie nicht in Vergessenheit geraten und vor der Prüfung das große Erwachen kommt, habt ihr mit eurer Übersicht alles gut im Blick und könnt entsprechend die Trainingseinheiten planen.
Manche Übungen geraten auch in Vergessenheit, weil sie zum Beispiel nur in einer anderen Klasse benötigt wurden oder der Trick nicht mehr in die neue Choreografie passt. Manche nehmen hierfür Karteikärtchen (eine Karte für jeweils einen Trick) und ziehen immer wieder mal blind einen Trick aus ihrer Sammlung. Das ist auch eine tolle Möglichkeit, das Training abwechslungsreich zu gestalten. Wer nicht so auf kleine Zettelchen steht, dem ist mit dieser Gesamtübersicht auch geholfen, denn hier werden alle Signale, Übungen, Tricks oder wie auch immer aufgelistet. Eine Idee für die Umsetzung findet ihr übrigens schon in einem unserer Blogartikel (weiter lesen)

Trainingsprotokoll

Wenn ihr nun euer Training festhaltet, dann ergänzt ihr euer Trainingstagebuch durch ein sogenanntes Trainingsprotokoll. Alles ein kann, nichts ist ein Muss – aber hier ein paar Dinge, auf die ihr achten und entsprechend festhalten solltet:

  • Datum und Zeit
  • Situation
  • Verhalten von deinem Hund
  • Dein eigenes Verhalten
  • Auslöser
  • Anzahl der Wiederholungen
  • Wie hast du deinen Hund belohnt?
  • Belohnungsrate
  • Was ist gut gelaufen?
  • Was ist nicht gut gelaufen?
  • Wie hat sich dein Hund dabei gefühlt?
  • Wie hast du dich dabei gefühlt?

Wir wissen, das Hunde in Bildern lernen und durch dieses Protokoll könnt ihr sicherstellen, dass er auch tatsächlich die Aufgabe verstehen lernt und die Übung nicht nur kontextbezogen klappt.

Trainingsvarianten

In einem vorherigen Artikel haben wir es schon angesprochen: Wir lesen Bücher, stöbern bei Facebook oder auf Blogs herum, gehen zu unterschiedlichen Seminaren, unterhalten uns mit anderen aus dem Hundesport… es sammeln sich so viele Trainingsvarianten an, dass man manchmal den Wald vor lauter Bäume nicht mehr sieht. Daher hier der kleine Rat: Legt euch neben eurem Trainingsplan eine separate Sammlung an Trainingsideen zu. Nennen wir diese Sammlung “Schatzkiste”. Sobald ihr nun also das Gefühl habt, ihr kommt und kommt mit eurem eigenen Trainingsplan nicht weiter und ihr findet auf Teufel komm raus nicht, woran es liegt, dann greift in eure Schatzkiste und schaut euch die anderen Trainingsvarianten an. Was könnt ihr davon in eurem Plan übernehmen oder ergänzen? Welches Steinchen solltet ihr vielleicht mal anders ausprobieren, um an euer Ziel zu kommen? So eine Schatzkiste ist sehr wertvoll, wenn man sie richtig einsetzt. Jeden Tag den Plan umzuwerfen, weil Karl-Heinz das so gesagt hat und Lischen Müller morgen anders – das macht definitiv kein Sinn. Sucht euch immer die Lösung aus, die für deinen Hund und für dich passt!

Fazit

Ein Trainingstagebuch kostet natürlich Zeit und natürlich können wir uns auch viel merken. Aber können wir uns wirklich alles merken? Vor allem, wenn wir an mehreren Übungen bzw. Details arbeiten, verlieren wir doch recht schnell den Überblick. Neben dem Überblick sehen wir in dem Trainingstagebuch unseren Fortschritt und können uns so motivieren, sollten wir doch mal in ein Loch fallen. Viele sehen nur das große Ziel und vergessen dabei völlig, was sie auf dem Weg dahin schon alles erreicht haben. Und da kann jeder stolz auf sich sein, der an einem Etappenziel angekommen ist. Trainingstagebücher liefern die Motivation schlechthin und haben so psychischen Einfluss auf dein Training.

Auch hast du durch deine Planung die Möglichkeit, auf ein Ziel zu einem bestimmten Zeitpunkt hinzuarbeiten. Steht dein Ziel mit einem messbaren Wert (zum Beispiel Prüfungstag), kannst du rückwärts planen und weißt so mit Sicherheit, dass du am Prüfungstag wirklich gut vorbereitet sein wirst. Das gibt dir Sicherheit und damit auch deinem Hund.

Letzendlich halten wir es für sinnvoll, ein Trainingstagebuch zu führen. Andere können damit vielleicht nicht umgehen und brauchen ihren Freiraum. Daher seht unsere Beiträge hier wirklich nur als Anregung. Probiert es einfach mal über einen gewissen Zeitraum aus und erzählt uns eure Erfahrungen 🙂


Kerstin

Kerstin Schubert arbeitet als selbstständige Informationsdesignerin und ist in ihrer Freizeit auf dem Hundeplatz mit ihrem Berner Wookiee im Obedience Klasse 3 unterwegs. Sie hat die hier im Shop erhältlichen Trainingstagebücher gestaltet und realisiert.

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