Shaping

Wer einen shaping geübten Hund hat, kann seinem Hund die 2on2off Position relativ einfach über das freie Formen beibringen. Hierzu benötigt man im Idealfall ein Kontaktzonengerät. Es geht aber auch nur mit einem Brett oder einer Erhöhung, wie z. B. Dogstepper oder sogar an einer Treppe. Der Hund soll als erstes lernen, sich selbstständig mit den Vorderpfoten ins Gras/auf den Boden zu stellen und mit den Hinterbeinen auf dem Gegenstand zu verbleiben. Hierzu setzt oder führt man den Hund auf das Brett/das Kontaktzonengerät und wartet einfach ab, dass der Hund eine Aktion in Richtung Boden zeigt. Dies wird dann geklickt und gefüttert. Stückt für Stück wird der Hund nicht mehr für irgendeine Aktion in Richtung Boden, sondern nur noch für gezielte Aktion mit beiden Vorderpfoten ins Grün geklickt. Und zu guter Letzt wird das ruhige Verharren in der gewünschten Position verstärkt. Wenn der Hund so das Einnehmen der Position verstanden hat, beginnt man, den Laufweg mitzuverknüpfen. Der Hund wird also Stück für Stück weiter oben auf dem Gerät platziert und muss selbstständig den Weg bis ins 2on2off laufen. Wenn auch dies klappt, wird die Geschwindigkeit/Erregungslage erhöht.

Für den Aufbau der Grundidee „Hinterbeine erhöht“ und das Verharren in der Position kann man mit seinem Hund überall üben. Theoretisch geht es z. B. auch am Bordstein, an umgestürzten Bäumen, etc. Man muss nur etwas kreativ sein und die Augen auf dem Spaziergang offen halten.

Für den weiteren Aufbau bietet es sich an, direkt am Kontaktzonengerät zu üben.

Locken

Grundsätzlich kann man seinem Hund 2on2off auch mittels Locken beibringen. D. h. man führt ihn mit einem Leckerchen in die Position und dort wird er dann belohnt. Man geht einen Schritt weg, wieder zum Hund zurück und belohnt das warten. Die Hunde verstehen das Warten in der Position in der Regel recht schnell. Problem ist nur der Abbau der Hilfe zum Einnehmen der Position. Hier hapert es dann und wenn die Hand nicht vor dem Hund am Abgang ist, vergisst er das Stoppen. Wenn man einen Hund hat, der gut über Locken lernt und man die Hilfe sorgfältig Stück für Stück abbaut, ist es aber ebenfalls eine mögliche Methode zum Aufbau.

Target

Neben dem Free Shaping ist der Aufbau über ein Bodentarget meine persönliche Lieblingsvariante. Hierfür lernt der Hund zunächst das Bodentarget als Anlaufpunkt kennen (zum Aufbau des Bodentarget siehe hier). Im weiteren Training lernt der Hund, nicht nur zum Target zu laufen, sondern auch dort zu verharren, egal, was ich mache. Und schließlich soll der Hund auch dort warten, wenn ich an ihm vorbei gehe, laufe, renne. Er soll sich erst vom Target lösen, wenn er mein Signal dazu bekommen hat. Für den Aufbau übers Bodentarget ist es hilfreich, wenn der Hund sich nicht nach Erreichen des Targets zum Menschen umdreht, sondern in Laufrichtung stehen bleibt. Dies erreicht man am besten, in dem man den Hund immer in Laufrichtung füttert, bzw. das Futter immer nach vorne wirft. Ich selbst trainiere separat zum Bodentarget, dass der Hund selbstständig mit seinen Hinterbeinen auf einem erhöhten Punkt (z. B. Stein, Dogstepper, deckes Kissen) steht. Dann füge ich diese beiden Übungen zusammen – Vorderbeine auf dem Bodentarget, Hinterbeine erhöht. Schließlich wird diese Position dann Generalisiert, also an vielen verschienden Orten mit vielen verschiedenen Untergründen durchgeführt. Außerdem soll der Hund dann eben auch hier verstehen, dass er sich in die Position stellt und dort wartet, bis ich das OK gebe. Egal, ob ich hinter dem Hund bin, auf gleicher Höhe oder gerade an ihm vorbei gerannt bin. Und schließlich muss diese Übung dann auch noch an das Kontaktzonengerät übertragen werden. Dies geht in der Regel allerdings recht schnell. Nun gilt es noch, den Zug in die Position zu festigen und zu erhöhen. Hierfür wird der Hund Stück für Stück etwas weiter weg (weiter oben auf der Kontaktzone) abgesetzt und muss seinen Weg in die 2on2off-Position finden. Belohnt man die Position immer sehr hochwertig, geht es in der Regel sehr schnell, dass die Hunde auch versuchen die Position mit Tempo einzunehmen. Nun noch die Frage nach dem Abbau der Hilfe, des Targets. Ich selbst baue das Target in der Regel gar nicht ab. Im Training liegt es fast immer dort und manchmal vergesse ich es halt… Genauso, wie es im Turnier eben einfach vergessen ist – auf Turnieren ist Mutti halt immer tüddelig, da gibt es irgendwie auch während des Laufens viel weniger Kekse, als im Training… Meine Hunde kommen damit bisher gut klar. Wenn man allerdings einen Hund hat, der sich damit schwer tut, muss man das Target Stück für Stück abbauen. Z.b. kann das Target in jedem Training kleiner werden und irgendwann ist es nur noch ein kleiner durchsichtiger Deckel, welchen der Hund erst im letzten Moment sieht. Spätestens jetzt kann man den Deckel von Zeit zu Zeit einfach weg lassen und den Hund eben mindestens doppelt so viel belohnen, wie wenn der Deckel da gewesen wäre.

Da man eben einen sehr großen Teil der Übung zuhause, auf dem täglichen Gassi-Gang oder am Rande des Turniers machen kann, ist es mein Lieblingsvariante. Außerdem kann man ganz viel gute Vorarbeit mit einem jungen Hund schon machen, ohne dass man direkt die Gelenke bealstet.

Futterteller

Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau mittels Futterteller. Hierbei liegt ein kleiner mit Futter gefüllter Teller am Ende der Kontaktzone im Gras. Der Hund wird auf der Zone abgesetzt, geht einen Schritt ins Gras und kann fressen. Stück für Stück wird der Hund weiter oben abgesetzt und lernt so die Idee, das komplette Gerät zu absolvieren. Der Vorteil hierbei ist ganz klar, dass ich dem Hund nicht vorher Vorder- und Hinterhandtargets beibringen muss. Der Nachteil: Einige Hunde suchen das Futter, sobald der Teller nicht mehr da ist, weil sie vor lauter Essen vor der Nase gar nicht mitbekommen haben, dass die Position das Wichtige an der Übung ist. Dies kann man mit einem Futterautomaten, statt einem Futterteller etwas besser steuern, da man hier eben erst auslösen kann, wenn der Hund wirklich die gewünschte Position hat.

Alles in Allem gibt es, wie überall im Hundesport, eine ganze Reihe an Wegen, die zum Ziel führen und jeder Hundesportler muss für sich und seinen Hund entscheiden, was das Passende ist. Denn selbst wenn ich als Hundeführer und auch als Hundetrainer von einer Methode total überzeugt bin, heißt es noch lange nicht, dass diese Methode für alle Hunde geeignet ist. Es lohtn sich daher immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen und sich mit anderen Hundesportler auszutauschen, wie sie was trainiert haben.

Über den Autor

Lina
Lina
Dipl.-jur. Lina Engelken lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihren 4 Hunden (Aussie, 2 Border Collies und Papillon) in Bremen. Sie betreibt mit ihrem Papillon Agility und Frisbee und startet aktiv auf Turnieren.
Sie ist Hundeerzieherin & Verhaltensberaterin IHK|BHV und betreibt seit 2009 eine eigene Hundeschule. Mehr Infos zu ihrem Angebot findet Ihr auf ihrer Homepage, auf der Fb-Fanpage oder in ihrem youtube-channel.

Lina

Dipl.-jur. Lina Engelken lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihren 4 Hunden (Aussie, 2 Border Collies und Papillon) in Bremen. Sie betreibt mit ihrem Papillon Agility und Frisbee und startet aktiv auf Turnieren. Sie ist Hundeerzieherin & Verhaltensberaterin IHK|BHV und betreibt seit 2009 eine eigene Hundeschule. Mehr Infos zu ihrem Angebot findet Ihr auf ihrer Homepage, auf der Fb-Fanpage oder in ihrem youtube-channel.

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