Wenn die Treibball-Basis-Übungen aus Teil 1 gut klappen – kannst Du darauf weiter aufbauen und schon bald auch mit dem Bälle schubsen beginnen.

Frische die letzten Übungen “Warte”, “Stups” und “Schieb” aus Teil 1 nochmal auf. Dann nimmst Du einen Ball oder anderen größeren Gegenstand, den Dein Hund auch mehrmals nacheinander anstupsen und vor sich herschieben kann. Zum Beispiel einen großen Schaumstoffwürfel, eckigen Schwamm, einen Pappkarton… oder eben einen Ball. Am Anfang ist es gut, wenn der Gegenstand recht bald wieder liegen bleibt, damit Dein Hund lernt, mehrfach zu stupsen und so mit der Zeit kontinuierlich zu schieben.

Ein Ball auf einer Wiese stoppt von selbst recht schnell wieder, nachdem er angestupst wurde. Übst Du Indoor auf einem glatten Boden, würde der Ball von alleine immer weiter rollen. Lege ihn dann eventuell auf eine große, etwas holperige zusammengeschobene Decke, die ihn bremst. Oder nutze für den Beginn eher eckige Gegenstände, die Dein Hund mehrfach hintereinander anstupsen und so zu Dir schieben soll (Schaumstoffwürfel, Kiste)

Übungsaufbau Schritt für Schritt:

Lass Deinen Hund nun zu Beginn jeder Übungseinheit hinter dem Ball kurz im Sitz warten und gehe jedes Mal einen halben Meter weiter vom Ball rückwärts weg, bevor Du ihn aufforderst, den Ball erneut anzustupsen. Von Mal zu Mal zögerst Du den Click oder Dein Lobwort ein wenig hinaus und wartest, ob er den Ball noch ein zweites oder drittes Mal anstupst. Wenn ja, dann bestätigen und ganz doll loben.

Beginne langsam weiter rückwärts zu gehen und Deinen Hund mit Deinem „Stups“ oder „Treib“-Signal immer wieder aufzufordern, den Ball oder Gegenstand mehrmals nacheinander an und zu Dir zu stupsen. Achte darauf, dass die Bestätigung in unregelmäßigen Intervallen erfolgt. Also mal nach einmaligem Stupsen, mal erst nach drei- oder zweimaligem „Stupsen“ in Folge, wenn Dein Hund besonders fest gestupst hat und/oder in dem Moment, wenn der Ball bei Dir an den Beinen angekommen ist. Wenn Du ihn auch dann nicht immer gleich belohnst, wird er den Ball meist auch nochmal mit mehr Nachdruck und somit fester anstupsen. Auch das muss gefördert werden. Denn er soll mit der Zeit lernen Bälle über immer größere Distanzen und möglichst schnell zu Dir zu schieben.

Steigere die Distanz zwischen Dir und Deinem Hund mit dem Ball nur langsam und variiere immer wieder die Frequenz der Belohnung. Sollte der Ball ein wenig nach rechts oder links abdriften, helfe Deinem Hund, indem Du ebenfalls einen kleinen Schritt zur Seite machst, damit der Ball trotzdem bei Dir an den Beinen ankommt. Es ist wichtig, dass Dein Hund versteht, dass es das Ziel der Übung ist, dass der Ball bei Dir ankommt und er ihn nicht irgendwo hinschieben soll. Das Verständnis ist wichtig, damit er im weiteren Verlauf des Trainings anfängt zu versuchen, den Ball gezielt zu lenken, damit er mit dem Ball auch bei Dir bzw. im Tor ankommt. (Zum Lenken üben gibt es später weitere spezielle Übungen, zu denen auch noch ein Blog-Artikel folgen wird.)

Das aktuelle Ziel ist es, dass Dein Hund lernt, dass er den Ball solange vor sich herschubsen soll, bis Du „Stop“ sagst, oder der Ball bei Dir angekommen ist.

Eine mögliche Übung für zwei häufige anfängliche Probleme:

“Was tun, wenn Dein Hund sich vor den großen Bällen anfangs gruselt?”
oder
“Was tun, wenn er den Ball als Spielressource sieht und hineinbeißen möchte?”

Bei beiden Problemen hat es sich bewährt, den Ball zeitweise auf eine große fest stehende Futterschüssel, einen Tennisring oder alten Mopedreifen zu legen, so dass Du zu Beginn unter dem Ball Leckerchen oder sein Lieblingsspielzeug verstecken kannst. Bei den unsicheren Hunden kann das eine zusätzliche Motivation sein, sich immer mehr zu trauen. Und die verspielten Hunde haben ein alternatives Objekt in Aussicht und lernen, dass der große Ball Mittel zum Zweck ist… Dass er, wenn er den großen Ball ruhig und mit geschlossenem Maul zu Dir schiebt, zur Belohnung sein Spielzeug bekommt.

  1. Lass ihm zu Beginn einfach einen kleinen Spalt frei, so dass er bei den ersten 2-3 Versuchen auf “OK”, sehr leicht an die Belohnung kommt. Du kannst dabei anfangs knien oder auch gleich hinter dem Ball stehen.
  2. Auch hier mal fürs Warten belohnen und gegebenenfalls “Schade” sagen und den Ball stoppen.
  3. Anfangs gibt es zwei Belohnungen – eine unter dem Ball – und belohne auch IMMER aus der Hand und reiche ihm das Leckerli dabei dir gegenüber hinter dem Ball.
  4. Tue dann mal nur so, als ob Du ein Leckerli oder sein Spielzeug unter den Ball gelegt hättest. Und wenn er den Ball weg geschoben hat lobst du ihn und reichst ihm das Leckerli schnell und tief nach unten an seine Nase hinter dem Ball. Belohne möglichst bald nur noch aus deiner Hand oder werfe auch mal ein Leckerchen hinter ihn.
  5. Wichtig: Achte darauf, dass der Ball am Ende beim Belohnen immer zwischen euch liegt – so lernt dein Hund von Anfang an, dass der Ball immer zu dir gerollt werden muss.
  6. Die Belohnung reichst Du ihm über den Ball hinweg, so dass er weiter Dir gegenüber hinter dem Ball steht. So könnt ihr anschließend gleich weiter üben, in dem Du ein Stückchen rückwärts gehst und Deinen Hund erneut zum Schieben aufforderst.
  7. Wichtig: auch mal geduldiges und ruhiges Warten hinter dem Ball bis zum auffordernden “Schieb”-Signal belohnen.
  8. Dann kommt nach und nach mehr Bewegung ins Spiel! Leg die Leckerlis zur Belohnung nun (statt sie aus der Hand über den Ball zu geben) auch mal auf den Boden hinter den Gegenstand, damit er lernt mit möglichst tiefer Nase den Ball zu schieben. Und werfe das Belohnungs-Leckerli auch mal hinter deinen Hund, so dass er ein, zwei Meter nach hinten laufen muss – weg vom Ball – und dann zurück zum Gegenstand läuft und diesen dadurch mit der Zeit aus der Bewegung heraus mit immer mehr Elan und Schwung und fester anstupst bzw. schiebt.

Noch drei Trainings-Tipps:
  1. Kaspert dein Hund oder will in den Gegenstand oder Ball beißen, sobald mehr Dynamik ins Spiel kommt? Arbeite ganz ruhig weiter, nimm den Gegenstand / Ball nochmal in die Hände und wiederhole das mit der Nase berühren und die Signale “Stups/Schieb”. Arbeitet dein Hund wieder ruhig und konzentriert mit und stupst/schiebt zuverlässig mit geschlossenem Maul? Dann kannst du versuchen langsam wieder mehr Dynamik rein zu bringen.
  2. Achte beim Clicken und verbal bestätigen auf Dein Timing. Idealerweise immer in dem Moment, wenn die Nase beim letzten Schubser noch am Ball war bestätigen. Sonst bestätigst Du immer das wieder stehenbleiben und Dich erwartungsfroh angucken. Das richtige TIMING ist sehr wichtig.
  3. Oft schleichen sich Fehler ein, weil man unbewusst das Falsche bestätigt. So zum Beispiel auch Zähne/offenes Maul am Ball…! Dann mal ganz bewusst clicken, noch BEVOR Dein Hund den Gegenstand mit offenem Maul erreicht! Eventuell sogar schon, wenn er noch 10 oder 20 cm vom Gegenstand weg ist und das Maul noch zu ist. So kannst Du ihm “verclickern”, dass es nicht ums Reinbeißen geht 🙂

Und jetzt wieder ganz viel Spaß beim Üben!
Deine Anja

Über den Autor

Anja
Anja
Anja Jakob hat sich ganz bewusst auf Themen rund um Spiel, Sport & Freizeitspaß für Hunde spezialisiert. Denn das ist es, was ihr und ihren Hunden am meisten Freude macht. Und diese geben Sie sehr gerne weiter. Zu ihrem Team zählen die Border-Collies Merlin (10), Malouk (7) und Milino (2)

Der gemeinsame Spaß und Teamwork stehen bei Anja Jakob immer im Vordergrund. Sie nimmt mit ihren Hunden sehr erfolgreich an Turnieren teil und gibt Online-Seminare sowie Seminare in Hundeschulen, Vereinen und Seminarhotels im In- und Ausland. Zu ihren Themen zählen: Treibball, Tricktraining, Dogdance, Longieren, Zughundesport (mit dem Dog-Scooter oder Tretschlitten).
Kategorien: Treibball

Anja

Anja Jakob hat sich ganz bewusst auf Themen rund um Spiel, Sport & Freizeitspaß für Hunde spezialisiert. Denn das ist es, was ihr und ihren Hunden am meisten Freude macht. Und diese geben Sie sehr gerne weiter. Zu ihrem Team zählen die Border-Collies Merlin (10), Malouk (7) und Milino (2) Der gemeinsame Spaß und Teamwork stehen bei Anja Jakob immer im Vordergrund. Sie nimmt mit ihren Hunden sehr erfolgreich an Turnieren teil und gibt Online-Seminare sowie Seminare in Hundeschulen, Vereinen und Seminarhotels im In- und Ausland. Zu ihren Themen zählen: Treibball, Tricktraining, Dogdance, Longieren, Zughundesport (mit dem Dog-Scooter oder Tretschlitten).

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