Warum “bloggen” wir eigentlich?

Ich mag sie, die kleinen Gespräche am Rande, die meinen Blogbereich mit neuen Themen füttern! Erst letzte Woche war ich in eine nette Diskussion zum Thema “bloggen” verwickelt. Kernfrage derselben: Was gehört in einen Blogartikel und warum bloggen wir eigentlich?!?

Wie es anderen Bloggern geht, weiss ich natürlich nicht, aber ich schreibe meine Blogartikel über die Themen, die mir selber durch den Kopf gehen und Sachen, von denen ich mir wünsche, dass auch andere drüber nachdenken. Und natürlich greife ich da auch gerne Aktuelles aus meiner sportphysiotherapeutischen Arbeit auf oder Themen, die wiederholt in Fragen und Gesprächen vorkommen. Schön ist es, wenn diese dann – ausgelöst durch den Artikel – zu weiteren Dskussionen und Kommentaren führen und möglichst viele weitere Menschen zum Nachdenken anregen…

Sinn und Zweck des heutigen Blogartikels: Ich möchte mal wieder, dass es den Hunden im Hundesport so gut wie mögich geht!

Problem: Da draußen ist man sich leider nicht wirklich einig, was Hundesport denn nun wirklich ist! Aber dazu später mehr…

Was ist Hundesport?

Ich mag es, wenn Fragen einfach zu beantworten sind und die meisten werden mir recht geben, dass das eine einfache Frage ist, oder?

Hundesportarten gibt es viele und wenn der Hund mit seinem Besitzer regelmäßig trainiert und auf Turnieren startet oder Prüfungen ablegt, zählt er zu den “Hundesportlern”. Agility, Dogfrisbee, Dogdancing, Flyball, Obedience, IPO, DockDiving, Hoopers – all das sind bekannte Hundesportarten, die sich mehr oder weniger großer Beliebtheit erfreuen.

Praktischerweise gibt es dann auch gleich die entsprechenden Vorurteile dazu, denn “Hundesport” ist gemäß der weit verbreiteten Meinung, in der Regel der “Nichtsportler”, ziemlich ungesund für den Hund, denn jede Sportart bringt besondere Anforderungen mit und belastet den Hund anders als der normale Familienalltag.

Letzteres stimmt und wenn ich das nicht genauso sehen würde, würde ich nicht eine Menge Zeit in die Gesunderhaltung unserer Sporthunde investieren. Ja, Hundesport belastet unsere Hunde, ABER wir können viel tun, um die Hunde entsprechend vorzubereiten und trotz Sport gesund zu halten. Man muss nur wissen wie und was…

Worauf sollte man achten, wenn man Hundesport macht?

Halten wir es weiter einfach:

  • der Hund sollte prinzipiell gesund sein, wenn er Sport macht
  • die Kondition des Hundes sollte ausreichend sein
  • der Hund sollte entsprechend seiner Sportart gut bemuskelt sein
  • der Hund sollte nicht zu dick und nicht zu dünn sein
  • der Hund sollte die passende Größe haben
  • die Sportgeräte sollten sicher sein
  • der Hund sollte für seine sportlichen Anforderungen richtig trainiert werden
  • der Hund sollte einen Ausgleich für die anstrengenden sportlichen Aktivitäten bekommen
  • der Hund sollte gut aufgewärmt werden und danach auch wieder abkühlen dürfen
  • der Hund sollte regelmäßig beim Therapeuten vorgestellt werden, um zu schauen, ob es ihm gut geht
  • der Besitzer sollte wissen was er tut
  • usw.

Fazit: Wer mit seinem Hund Hundesport macht, sollte wissen, was der Hund da tut und ihn entsprechend trainieren. Er sollte körperlich und psychisch auf die sportlichen Anforderungen vorbereitet werden und nur das leisten, was er ohne Schaden zu nehmen auch leisten kann. Hundesport ist anstrengend und belastend und deshalb ist es wichtig, dass der Hund sich gut koordinieren kann, gut bemuskelt ist und regelmäßig sicher gestellt wird, dass seine Bewegungen nicht durch irgendwelche körperlichen Probleme eingeschränkt sind.

Selbstverständlich wärmt ein guter Hundesportler, dem sein Hund wichtig ist, diesen vor dem sportlichen Einsatz richtig auf und sorgt dafür, dass es ihm auch danach an nichts fehlt.

Mit der richtigen fachlichen Begleitung und einem guten Wissen können wir unsere Sporthunde durchaus gesund halten! Leider wollen das viele Nichtsportler immer noch einfach nicht wahrhaben und wettern gegen die gesundheitlichen Belastungen im Hundesport und fordern, dass die Spass im Leben haben sollen und keinen Leistungsdruck!

 

Freizeitaktivitäten mit dem Hund machen den Hund glücklich und zufrieden

Nun denn, ihr lieben “Nichtsportler” – zum Glück gibt es ja immer verschiedene Möglichkeiten im Leben und nicht jeder muss seinen Hund den Gefahren des Hundesports aussetzen. Viele Hundeschulen und Vereine bieten diverse Freizeitbeschäftigungen für Hund und Halter an, welche den Hunden Bewegung und artgerechte Beschäftigung bieten. Hier darf jeder kommen und es geht nicht darum, wer die besten Leistungen bringt, denn oft ist der einzige Ansporn für die Besitzer der Wunsch, seinen Hund mit einer gemeinsamen Beschäftigung glücklich zu machen.

Und es scheint zu funktionieren, oder? Ganz ohne den großen Druck und das gezielte Training dürfen die Hunde Frisbeescheiben fangen, über die Agilitygeräte springen, die A-Wand rauflaufen, und ausprobieren, ob sie genug Trieb haben, um einen Menschen zu stellen oder schnell genug sind, um mit großen Spass im Rennen mit anderen Hunden zu laufen.

Grenzen gibt es hier nicht wirklich, es soll ja allen Spass machen und wenn die Zeit da ist, darf der Hund auch dreimal in der Woche nur zum Spass ein bisschen über die Hürden springen und wenn man mal weniger Zeit hat, ist es auch nicht schlimm, wenn man seine Freizeit mal ein paar Wochen nur mit Spazierengehen verbringt.

Alles nur zum Spass, oder?

Ich mag jetzt gar nicht lange drumherum: Wieso kommt irgendjemand darauf, dass es gesünder für den Hund ist, wenn er einfach nur zum Spass über die Agilityhürden springen darf? Wer behauptet eigentlich, dass solche Sprünge keine Belastung für den Hund sind? Jetzt mal ehrlich:

  • Werden all diese Hunde für ihre Freizeitaktivitäten beim Physioterapeuten zur Kontrolle vorgestellt?
  • Wie schaut es mit dem Wissen der Besitzer aus? Ist wirklich bekannt, was ihr Hund da so leistet?
  • Ist es egal, wie oft der Hund durch den Reifen springt, wenn man nicht auf Turniere geht?
  • Wie gut mag die Kondition sein, wenn der Hund nicht wirklich regelmäßig trainiert wird?
  • Wer achtet auf die nötige Muskulatur, die der Hund für diese Freizeitaktivitäten braucht?
  • Wer merkt, wenn die Psyche des Hundes plötzlich im Alltag Schwierigkeiten hat, weil er soviel Spass beim Frisbeefangen hat?
  • Wer denkt darüber nach, welchen Ausgleich der Hund für sein “Spass- und Spiel-Leben” eigentlich bräuchte?

Nun ja, die Hundesportler, die mit ihren Hunden zu mir in die Praxis kommen, können all diese Fragen im Sinne des Wohlergehen ihres Hunde beantworten. Sie wissen, was ihr Sport für Anforderungen stellt, planen ihr Training gezielt und halten ihren Hund bewusst fit und gesund…

Wo hört “Freizeitbeschäftigung” auf und fängt “Sport” an?

Wer hat über diese Frage tatsächlich schon mal ganz bewusst nachgedacht? Ich glaube, sie wird viel zu selten gestellt! Und ich glaube auch, dass den meisten Hundebesitzern gar nicht bewusst ist, was ihr Hund so unvorbereitet in der Freizeit alles zu seinem Spass leistet!

Für mich liegt der Unterschied zwischen Hundesport und Freizeitbeschäftigung leider nicht in der höheren gesundheitlichen Belastung im Hundesport, sondern ganz im Gegenteil in dem besseren Wissen und Verständnis für das, was der Hund zu leisten hat.

Viele Freizeitbeschäftigungen sind aus Unwissenheit viel belastender und gefährlicher für die Hunde, als die bewusste Ausübung einer Hundesportart und ich glaube, ich kann aus meiner Perspektive sagen:

Viele Freizeitbeschäftigungen sind, was die Belastungen betrifft, durchaus mit den turnierorientierten Sportarten vergleichbar, aber leider gibt es noch weniger “Nichthundesportler” als Hundesportler, die sich mit den Belastungen und Anforderungen, die sie an ihren Hund stellen, wirklich auseinanersetzen.

Ich würde mir wünschen, dass die Gesunderhaltung des Hundes durch aktive Mitarbeit der Besitzer und das nötige Wissen über das, was man tut und dessen mögliche Folgen für den Hund generell im Vordergrund steht!


Britta Reiland

Britta Reiland, geb. 01.09.1974 Sportphysiotherapeutin, Dozentin und Autorin

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