Ein Artikel von ZOS®-Lizenztrainerin Susan Schulze.

Im zweiten Teil der ZOS®-Serie habe ich Euch die Suche im Trümmerfeld beschrieben und möchte heute mit einer weiteren Disziplin – der  Flächensuche – weiter machen.
Die Fläche kann man ohne großen Aufwand im Alltag üben, stellt aber an den Hund recht hohe Anforderungen:

Die Fläche beim Turnier ist eine meist ungemähte Wiese, 10 mal 20 Meter groß und wird durch ein Flatterband begrenzt. Für den Menschen steht auf der gesamten Länge der Fläche ein “Weg” zur Verfügung, auf dem er sich hin und her bewegen kann. Der Weg kann unterschiedlich gekennzeichnet werden: kurz gemäht, mit Sand oder Holzstreu markiert, durch Sprühfarbe, …
Der Hund soll die 200 qm große Fläche möglichst selbständig absuchen, dabei die Begrenzung einhalten und nicht übertreten. Hat der Hund den Gegenstand gefunden, soll er sich wie immer so schnell wie möglich ablegen – die Nase nah am Gegenstand und ohne zu seinem Menschen zu schielen 😉

Die Schwierigkeit ist für viele Hunde erstmal, das der Gegenstand frei in der Fläche liegt. Das animiert die Hunde oft zum Apportieren statt Hinlegen oder zum Verschieben des Suchgegenstandes mit der Nase oder Pfote. Durch gezieltes Training lernen die Hunde das natürlich schnell, das auch in der Fläche nur eine schnelle und fokussierte Anzeige zur Belohnung führt.

Aus Erfahrung ist die Fläche oft nicht so sehr beliebt bei vielen Mensch-Hund-Teams. Die Fläche bietet bei Weitem nicht so viel Abwechslung wie ein schönes Trümmerfeld und die Hunde müssen eine große Motivation und Suchenausdauer mitbringen. Man kann sich vorstellen, wie lange es dauern kann, bis der Hund seine halbe Holzklammer in einer so großen Wiese findet. Ist der Bewuchs auf der Fläche dann noch schwer und hoch, wird es für den Hund nicht einfacher.

Die Suche soll sehr fokussiert sein und der Hund soll sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen. Dabei bietet so eine Fläche so viele schöne Verleitungen: Spuren von anderen Tieren, Hasenkot, die Pipistelle der Nachbarshündin und und und.
Die Hunde sollen mit der Zeit lernen, die große Fläche nicht einfach nur kreuz und quer, sondern möglichst systematisch abzusuchen und dabei idealerweise auch den Wind zu nutzen, um so möglichst schnell zur Anzeige zu kommen.

Beim Wettkampf wissen nur die Richter, wo der Suchgegenstand des Hundes versteckt ist. Der Mensch darf eine der beiden kurzen Seiten auswählen, von welcher der Hund in die Suche geschickt wird. In der Klasse 1 wird nur der Suchgegenstand des Hundes versteckt. In den höheren Klassen kommen Verleitungen wie der Individualgeruch des Menschen, Spielzeuge, Futter und weitere Suchgegenstände des Hundes dazu.

Auch wenn die Fläche auf den ersten Blick recht eintönig wirkt – es ist halt nur eine Wiese, die abgesucht wird – so ergeben sich sehr viele spannende Trainingsaufgaben:
Die Hunde sollen von vorne starten und lossuchen, selbständig die ganze Fläche absuchen, nicht nur in der Nähe des Menschen, auch nah am Band suchen, das dabei aber auch nicht überlaufen, nicht nur auf einer Seite der Fläche suchen, Verleitungen ignorieren, nicht mit den Augen suchen und bei der Anzeige möglichst ruhig am Gegenstand verharren.

Unabhängig vom Wettkampf kann man die Fläche natürlich auch variabler gestalten. Man kann nicht nur eine Wiese absuchen lassen, sondern auch andere Untergründe: Waldboden, Schotter, Acker, … Auch das Absperrband ist nicht zwingend nötig.

Das Training kann man quasi jederzeit im Alltag umsetzen, man braucht fast kein Material und eine Wiese oder anderer schöner Untergrund findet sich fast immer und man kann seinen Hund mühelos müde machen.

Und es ist so schön anzusehen, wenn der Hund durch das Gelände stöbert auf der Suche nach seinem Gegenstand 🙂

Categories: ZOS

Susan

Susan Schulze führt die Hundeschule Pfotentrainer gemeinsam mit ihrer Mama Kerstin mitten im schönen Sachsen. Das Lieblingsthema der beiden sind sinnvolle Beschäftigungen rund um den Hund. Mit ihren 4 Cocker Spanieln sind sie selber im Hundesport aktiv: Dogdance, Dummy, Zielobjektsuche, ... Susan ist ZOS-Lizenztrainerin für Sport Level 1 und 2.

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