Ein Artikel von ZOS®-Lizenztrainerin Susan Schulze.

Als dritte Disziplin möchte ich Euch hier die Päckchensuche vorstellen.
Diese Suche erinnert am meisten an an die eigentliche Herkunft der ZOS®-Zielobjektsuche: der Spürhundearbeit bei der Polizei oder beim Zoll. Am Flughafen zum Beispiel werden die Koffer der Reisenden nach Drogen, Sprengstoff oder Waffen durchsucht. Hat der Hund etwas gefunden, soll er das Gepäckstück anzeigen. Die Anzeige variiert je nach Aufgabengebiet: hinlegen, kratzen, bellen, …

Bei der Zielobjektsuche gibt es die sogenannten Päckchen. Das sind Eimer, Kisten, Koffer, Werkzeugkästen, Mülleimer, Tonnen, Krüge oder Körbe, die mit kleinen Löchern versehen sind. Der Suchgegenstand wird in einem Päckchen versteckt, verschlossen und die Päckchen werden (ähnlich wie die Gepäckstücke am Flughafen) in einer Reihe aufgestellt und der Hund soll diese Reihe dann absuchen, seinen Gegenstand finden und anzeigen.

Je nach Wettkampfklasse gibt es die Päckchen von einfach bis schwer:
In der Stufe 1 hat das Päckchen eine große Innenkammer und mehrere Löcher – der Geruch des Suchgegenstandes kommt also aus mehreren Stellen im Eimer und es ist egal, an welchem der Löcher sich der Hund zur Anzeige ablegt. Diese werden als Einkammerpäckchen bezeichnet. Beim Wettkampf werden davon 6 Päckchen aufgestellt, die der Hund absuchen muss.

Die Klassen 2 und höher sind dann schon deutlich anspruchsvoller: Auch hier hat jedes Päckchen mehrere Löcher. Jedoch verbirgt sich hinter jedem Loch eine kleine Kammer, die der Hund prüfen muss, um seinen versteckten Suchgegenstand zu finden – die Mehrkammerpäckchen. Davon muss der Hund 8 Stück oder mehr absuchen.
Reicht es bei den Einkammerpäckchen noch aus, das der Hund ganz grob jedes Päckchen absucht, so ist hier ein sehr genaues und gründliches Absuchen der Päckchen gefragt, sonst kann ganz schnell mal ein Löchlein “übersehen” werden 😉

Bei der Gestaltung der Päckchen kann man richtig kreativ werden: Formen, Farben, Material und Größen der Päckchen und Kammern können nahezu beliebig gestaltet werden.

Und wie immer gibt es verschiedene Varianten, um dem Hund die Suche noch weiter zu erschweren: es können Verleitgegenstände versteckt, ablenkende Gerüche wie perönliche Gegenstände von Euch oder Futter eingebaut, Spielzeuge auf die Päckchen gelegt oder die Löcher unterschiedlich groß gebohrt werden. Die Löcher können an den schwierigsten Stellen angebracht werden: direkt unter dem überstehenden Deckel, neben einem Griff, ganz knapp über dem Boden …

Beim Turnier soll der Hund die Päckchen schön der Reihe nach absuchen, dabei möglichst kein Loch auslassen und sich sofort beim Finden seines Gegenstandes am Loch ablegen. Die Nase soll dabei ganz dicht am Loch sein und bleiben.

Auch ohne Turnierambitionen kann man die Päckchensuche als ideale Abwechslung im ZOS-Training einsetzen: 3 bis 5 Päckchen sind schnell gebaut und reichen aus, um Nase und Kopf des Hundes gut auszulasten.

Im nächsten Teil stelle ich Euch die Suchwand als letzte der vier Disziplinen der ZOS®-Zielobjektsuche vor.

Categories: ZOS

Susan

Susan Schulze führt die Hundeschule Pfotentrainer gemeinsam mit ihrer Mama Kerstin mitten im schönen Sachsen. Das Lieblingsthema der beiden sind sinnvolle Beschäftigungen rund um den Hund. Mit ihren 4 Cocker Spanieln sind sie selber im Hundesport aktiv: Dogdance, Dummy, Zielobjektsuche, ... Susan ist ZOS-Lizenztrainerin für Sport Level 1 und 2.

1 Comment

Jule · 3. April 2018 at 18:19

Hallo Susan!

Hey, das klingt cool und das Video hat mich noch zusätzlich inspiriert. Werde mal schauen, ob so ein Training bei uns in der Nähe angeboten wird. Meine Hündin liebt es, zu suchen. Wie ich ihr das ablegen beibringe, ist mir nicht so klar.

Lieben Gruß,
Jule

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