Ein Artikel von ZOS®-Lizenztrainerin Susan Schulze.

Jeder, der die ZOS® kennen lernt, kommt auch ganz bald mit der Trümmersuche in Berührung. Wie im ersten Teil der Artikelserie beschrieben, sind die Suchgegenstände eher klein und “dürfen” (sofern man sich auf Wettkämpfen mit anderen messen möchte) maximal die Abmessungen eines handelsüblichen Feuerzeuges haben.
Trümmerfelder bringt man oft direkt mit eingestürzten Häusern, vielen Steinen und einem unübersichtlich großen Gelände in Verbindung. Passend zu den Suchgegenständen sind die Trümmerfelder auch ein wenig kleiner – aber das ist nicht weniger schwierig für den Hund 🙂

Beim Turnier sind die Trümmerfelder etwa 20 m² groß und es kann dabei so ziemlich alles verbaut sein, was man sich vorstellen kann: Holzbretter, Lochsteine, Blumenkübel, Gitterroste, Rohre, Leitern, Kisten, Autoreifen, Kinderwägen, Gummimatten, Decken, Getränkekisten, Stühle, Koffer, Tische, Luftmatratzen, Taschen, … einfach alles. Die Trümmerteile können beliebig “angeordnet” werden – von Ordnung kann dabei natürlich keine Rede sein und der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Der Suchgegenstand des Hundes wird so in dem Trümmerfeld versteckt, das der Hund diesen nicht mit bloßem Auge finden kann, sondern wirklich seine Nase einsetzen muss. Dabei kann der Suchgegenstand bündig versteckt werden, das heißt er schließt mit einer Kante des Trümmerfeldes ab. Schwerer ist es, wenn der ZOS® -Gegenstand ein bisschen weiter unter ein Trümmerteil geschoben wird, dabei muss der Hund sich bei seiner Suche natürlich mehr anstrengen.

Zuhause kann man im Nu in fast jedem Raum ein kleines Trümmerfeld zaubern – ein bisschen Kram hat jeder bei sich herum stehen, der kurzerhand zusammen gestellt werden kann. Oder man geht direkt in den Abstellraum oder auch das Kinderzimmer und hat direkt ein fertiges, schwieriges Trümmerfeld. 🙂

Beim Wettkampf wissen natürlich weder Hund noch Mensch, wo der Suchgegenstand versteckt wird. Dieser wird dem Richterteam kurz vor dem Start übergeben und versteckt. Dann wird der Hund in die Suche geschickt und der Mensch beobachtet seinen Hund, was er alles absucht, ob er alle Versteckmöglichkeiten prüft, kann durch ein gezieltes Führen in den Suchverlauf eingreifen und wartet gespannt, das der Hund durch die Ablage und Nase am Gegenstand zur Anzeige kommt. Der Mensch darf sich dabei auch mit innerhalb des Trümmerfeldes bewegen und muss nicht nur von außen zuschauen, sondern kann seinen Hund aktiv bei der Suche unterstützen.

Ein Trümmerfeld bietet so wahnsinnig viele Trainings- und Versteckmöglichkeiten, dass es mich auch nach mehreren Jahren immer wieder aufs Neue fasziniert. Man kann mit 3 bis 5 Trümmerteilen so viele verschiedene Dinge trainieren und seinen Hund so gut fordern und dabei seine Suchtechnik immer weiter austrainieren.

Der Gegenstand kann am Rande der Trümmerteile versteckt werden oder mittendrin.
Die Trümmerteile können ganz eng zusammen liegen oder ein bisschen weiter verteilt sein – das heißt es gibt viel mehr offene Kanten und somit viel mehr Versteckmöglichkeiten.
Das Versteck des Gegenstandes kann so gewählt werden, das der Hund sich bei der Anzeige auf andere Trümmerteile legen muss – das kann manchmal durchaus ziemlich unbequem sein.

Der Suchgegenstand kann auch weiter oben versteckt sein, sodass der Hund im Liegen gerade noch so mit der Nase an den Gegenstand kommt. Die Trümmerteile können regelrecht gestapelt werden, damit der Hund auf das Trümmerfeld klettern und dort alle Versteckmöglichkeiten genau prüfen muss. Und und und … die Ideen und Aufgaben für die Suche im Trümmerfeld sind quasi unerschöpflich. Und wem das nach einiger Zeit zu langweilig wird, der kann das Trümmerfeld noch mit diversen Verleitgegenständen, Futter, Spielzeugen und anderen ablenkenden Reizen bestücken, die dem Hund die Sucharbeit erschweren.

Die Suche im Trümmerfeld macht Hund und Mensch richtig viel Spaß und bietet sehr viel Abwechslung. Auch für Außenstehende wirkt die Suche in den Trümmerfeldern sehr beindruckend. Die Trainingsideen gehen quasi nie aus und ihr kennt das ja: wenn man eine Baustelle geschlossen hat, tut sich die Nächste auf. Das ist überhaupt nicht schlimm und sollte Anreiz geben, immer weiter am Trainingsball zu bleiben.

Categories: ZOS

Susan

Susan Schulze führt die Hundeschule Pfotentrainer gemeinsam mit ihrer Mama Kerstin mitten im schönen Sachsen. Das Lieblingsthema der beiden sind sinnvolle Beschäftigungen rund um den Hund. Mit ihren 4 Cocker Spanieln sind sie selber im Hundesport aktiv: Dogdance, Dummy, Zielobjektsuche, ... Susan ist ZOS-Lizenztrainerin für Sport Level 1 und 2.

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