In der Kreisarbeit hat der Hund nun schon eine gute Basis für die Führtechnik gelernt. Neben der Kreisarbeit ist auch das Erlernen der Wechsel für Mensch und Hund ein wichtiger Bestandteil im Agility Aufbau.

Hierfür ist es wichtig, dass der Hund versteht, was sein Mensch eigentlich gerade von ihm will, an welcher Hand er kommen soll und in welche Richtung der Hund sich drehen soll.

Wechsel erklären

Ich möchte mich hier – der Einfachheit halber – auf den Belgier und den Franzosen, sowie das Weg konzentrieren. Zunächst einmal erkläre ich dem Hund den Wechsel langsam und in Ruhe. Sollte der Hund dabei zu hibbelig sein oder sich nicht auf meine Hand konzentrieren können/wollen, zeige ich ihm den Weg zunächst mit Futter in der Hand. Hat er den Bewegungsablauf verstanden, kommt Geschwindigkeit ins Spiel.

Wechsel generalisieren

Wenn der Hund nun verstanden hat, worum es geht, macht es Sinn, das Ganze zu generalisieren. Agility wird oft nur auf dem Hundeplatz, maximal dann noch im eigenen Garten geübt und auf einem Turnier soll der Hund dann auf einmal alles unter einer völlig neuen, aufregenden Atmosphäre abrufen. Das ist schon sehr viel verlangt – vor allem, wenn der Hund noch jung ist. Daher bin ich ein großer Freund davon, das, was sich auch auf dem Spaziergang trainieren lässt, auch dort zu üben. Und dazu gehören eben auch Wechsel. Also, warum nicht mal auf dem Spaziergang den Hund ranrufen, einen Wechsel machen und weiterlaufen lassen?! Das geht übrigens sowohl mit, als auch ohne Leine.

Distanz aufbauen

Der nächste Schritt ist, dass ich den Wechsel mit dem Hund übe, wenn er Distanz zu mir hat. Zum Beispiel schicke ich den Hund um einen Baum herum, führe meinen Wechsel aus und nehme ihn mit der anderen Hand wieder an. So lernt der Hund bereits in der Entfernung zu schauen, was ich tue, evtl. seine Galopprichtung zu ändern und seinen Laufweg zu korrigieren.

Training an Agi-Geräten

Erst nachdem ich diese Schritte abgearbeitet habe, gehe ich nun mit meinem Hund an EINE Hürde und erkläre ihm dort, dass dieser Wechsel auch funktioniert, wenn man eine Hürde springt und dass man evtl. seine Flugrichtung während des Sprungs schon ändern soll, wenn ich etwas entsprechendes anzeige. Stück für Stück kommen mehr Geräte dazu und der Hund lernt, wenn ein Wechsel angezeigt wird, diesen auch auszuführen, obwohl er sich vielleicht schon einen anderen Parcoursplan zurecht gelegt hatte.

Diese Schritte werden mit jedem neuen Wechsel ausgeführt, damit Hund und Halter den Bewegungsablauf lernen können und die Wechsel dann im Turnier möglichst flüssig klappen.

P.S. In diesem Video sieht man zum Teil, dass ich meine Hunde belohne, wenn sie etwas falsch machen. Ich tue dies bewusst, da sie den Fehler machen, weil ich etwas falsch gemacht habe und nicht mein Hund. Im Training begegnet es einem oft, dass der Mensch einen Fehler macht, dadurch der Hund nicht das tut, was er eigentlich sollte und dann wird der Hund nicht beloht. Dies führt unter Umständen zu Frust beim Hund.


Lina

Dipl.-jur. Lina Engelken lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihren 4 Hunden (Aussie, 2 Border Collies und Papillon) in Bremen. Sie betreibt mit ihrem Papillon Agility und Frisbee und startet aktiv auf Turnieren. Sie ist Hundeerzieherin & Verhaltensberaterin IHK|BHV und betreibt seit 2009 eine eigene Hundeschule. Mehr Infos zu ihrem Angebot findet Ihr auf ihrer Homepage, auf der Fb-Fanpage oder in ihrem youtube-channel.

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