In dieser Serie möchte ich verschiedene Futtermittel und Fütterungsweisen gegenüberstellen und deren Vor- und Nachteile erarbeiten, um einen Überblick und eine Entscheidungshilfe zu geben, wie und womit man seinem Hund füttern möchte.

Bevor ich allerdings näher auf die Futtermittel eingehe, schauen wir uns ein paar grundlegende häufig gestellte Fragen zum Thema Fütterung an:

Wieviele Rationen soll mein Hund am Tag bekommen?

Die am häufigsten gewählte Rationsmenge pro Tag ist 1 oder 2. Der Magen des Hundes ist ursprünglich darauf ausgelegt, einmal eine große Menge Nahrung zu sich zu nehmen und dann eine zeitlang nichts mehr zu essen. Ein Hund in der Natur würde sich also, wenn sich die Chance ergibt, vollfressen und dann eine längere Zeit lang nichts mehr tun, bevor er sich wieder auf Futtersuche begibt. Das ist heutzutage natürlich unpraktikabel. Unsere Hunde haben sich zum einen an die tägliche Nahrungsaufnahme gewöhnt, zum anderen können wir einen vollgefressenen Hund auch erstmal nicht unbedingt zu sportlichen Aktivitäten wie Gassi gehen oder dem wöchentlichen Training auf dem Hundeplatz überreden, geschweige denn Futter als Motivation benutzen, wenn er keinen Hunger hat. 

Die natürlichere Form der täglichen Fütterung wäre demzufolge die Fütterung einmal am Tag. Die meisten Hunde vertragen das ganz gut, während andere sensibel auf große Mengen Futter auf einmal reagieren. Hunde, die gerne schlingen, können oft große Mengen wieder erbrechen. Magensensible Hunde produzieren morgens Galle und erbrechen dann auf leerem Magen, wenn sie in der Früh nichts zu essen bekommen. In beiden Fällen würde sich anbieten, morgens einen kleinen Teil der Gesamtration zu füttern, und abends den Hauptteil. Beim schlingenden Hund kann man das Futter mit Wasser etwas “strecken”, so dass der Hund beim Fressen ein bisschen trinken muss und das Fressen länger dauert.

Kann ich verschiedene Futtermittel mischen?

Verschiedene Futtermittel miteinander zu füttern (z. B. Trocken- und Nassfutter zu mischen) kann dazu führen, dass im Magen-Darmtrakt des Hundes Fehlgährungen entstehen und der Hund Verdauungsprobleme bekommt. Das entsteht durch unterschiedliche Verdauungszeiten und Verdauungsprozesse der unterschiedlich verarbeiteten Futtermittel. Die Mirkoorganismen und Bakterien, die für die Verdauung zuständig sind, passen sich dem angebotenen Nahrungsmitteln an. Wird zu stark gemischt, können diese bestimmte Bestandteile nicht zersetzen. Diese nicht zersetzten Bestandteile wandern weiter und werden im nächsten Schritt abgestoßen, da sie nicht verwertbar und im Darm unzersetzt keine für den Körper nützlichen Stoffe resorbiert werden können. Es kann langfristig zu Entzündungen kommen. Auch können sich unerwünschte Bakterien im Magen-Darmtrakt ansiedeln und zu Problemen führen.

Daher wird empfohlen, bei einer Fütterungsweise zu bleiben und vor einer Futterumstellung auf ein anderes Futtermittel den Hund mindestens 24 Stunden fasten zu lassen. (Hier ist die Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter oder BARF gemeint, nicht die Umstellung von bspw. einer Futtersorte Nassfutter auf eine andere.)

Kann ich meinem Hund Tischreste geben?

Wenn der Hund keine Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien hat, die Essensreste nicht zu stark gewürzt sind, keine gekochten Knochen oder für den Hund schädliche Nahrungsmittel enthalten sind und vor allem kein Zucker enthalten ist, spricht grundsätzlich nichts dagegen, dem Hund mal ein paar Reste vom Abendessen zu geben. Er freut sich sicher darüber 😉

Brauchen Hunderassen spezielle Futtersorten?

Grundsätzlich nein, die Fütterung eines Hundes hängt von Alter, Aktivität, Gesundheitszustand, sportlicher Auslastung, dem Idealgewicht und dem tatsächlichen Gewicht des Hundes ab. Weiter von individuellen Unverträglichkeiten oder Allergien. Nur in Ausnahmefällen, wie bspw. beim Dalmatiner, kann man pauschal rassebezogen Aussagen über die Fütterung machen. 

Mein Hund setzt sehr häufig oder große Mengen Kot ab.

Setzt ein Hund große Mengen oder sehr häufig Kot ab, ist das meist ein Zeichen dafür, dass er sein Futter nicht richtig verwertet. Das kann an einer nicht geeigneten Zusammensetzung liegen, an ungeeigneten Proteinquellen und Futterbestandteilen oder auch an einer zu großen Menge Rohfaser im Futter. In diesem Fall sollte das Futter des Hundes unbedingt überprüft werden.

Hilfe, mein Hund hat immer Durchfall!

Hat ein Hund sehr häufig oder lang anhaltend Durchfall, spricht das für einen Entzündungsprozess im Darm oder eine Unverträglichkeit gegen einen oder mehrere Bestandteile seines Futter. Als erster Schritt sollte der Kot auf Parasiten untersucht werden, um einen Wurmbefall auszuschließen. Dafür wird eine über drei Tage gesammelte Kotprobe beim Tierarzt zur Untersuchung abgegeben. Der Hund sollte nur dann entwurmt werden, wenn tatsächlich ein positiver Befund vorliegt, um eine zusätzliche Belastung des Darms zu vermeiden. Bei akutem Durchfall sollte dem Hund keine Nahrung angeboten werden. Abhilfe kann eine Moro’sche Karottensuppe schaffen. Ist der Parasitenbefund negativ, liegt es nahe, dass der Hund etwas nicht verträgt. Bei Unverträglichkeiten ist der Hund auf Schonkost umzustellen und eine Ausschlussdiät durchzuführen. Das ist der aufschlussreichste Weg, um Unverträglichkeiten zu identifizieren.

Kann ich meinem Hund Leckerlies geben? Und wieviele?

Es spricht nichts dagegen, den Hund beispielsweise beim Hundetraining oder in der Erziehung mit Leckerlies zu belohnen. Allerdings sollte man darauf achten , dass die Leckerlies kein Zusatzstoffe oder Zucker enthalten, die dem Hund schaden. Am besten sind selbergemachte Leckerlies, bspw. in Form von Dörrfleisch oder selber gebackene (auf natürliche Inhaltsstoffe achten). Vor allem wenn der Hund zu Übergewicht neigt, sollte man die Leckerlies von der täglichen Futterration allerdings abziehen. Bei intensiven Trainingseinheiten mit Futtermotivation können Leckerlies unbemerkt viel ausmachen. 

Getreide – ja oder nein?

Der Hund hat einen nur sehr geringen Bedarf an Kohlehydraten, aber er hat einen Bedarf an Ballaststoffen, die für die Verdauung und Aufnahme der Nahrung im Körper wichtig sind. Ballaststoffe bekommt der Hund in der Natur hauptsächlich durch Gräser und Beeren, die er frisst. Viele Hunde vertragen Getreide, andere wiederum nicht. Hunden mit sehr hohem Energiebedarf kann es gut tun, Getreide als Kohlehydratquelle als zusätzliche Energiequelle angeboten zu bekommen. Anderen Hunden tut es nicht gut. Bei Hunden, die zu Übergewicht neigen oder futtersensibel sind, empfiehlt es sich kein Getreide zu füttern. Reis ist meist sehr verträglich und kann gut zur zusätzlichen Energiebereitstellung oder Schonkost eingesetzt werden.

Ich hoffe in diesem Artikel, die ein oder andere Frage beantwortet zu haben. Bei weiteren Fragen, freue ich mich über eine Nachricht.

 

Fotoquelle: pixabay.com

Über den Autor

Christine Lindsey
Christine Lindsey
Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne.

Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig.
Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.
Kategorien: Ernährung

Christine Lindsey

Seit 2014 unterstütze ich als Ernährungsberaterin für Hunde, Hundebesitzer bei der Fütterung ihrer Hunde durch die Erstellung individuell auf die Bedürfnisse abgestimmter Futterpläne. Mit meinen eigenen Hunden bin ich im IPO-Hundesport aktiv und war mehrere Jahre in der Ausbildung von Rettungshunden tätig. Daher lag es nahe, mich, nach meiner Ausbildung zur BARF-Beraterin bei Swanie Simon, auf die Fütterung von Dienst- und Sporthunden zu spezialisieren.

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