Ein Artikel von ZOS®-Lizenztrainerin Susan Schulze.

Ihr habt nun bereits alle vier möglichen ZOS®-Disziplinen eines Wettkampfes (Trümmerfeld, Suchwand, Päckchen, Fläche) kennen gelernt und bevor wir Euch auf ein Turnier mitnehmen und Ablauf, Anforderungen und Bewertungen näher erklären, kommt mit auf einen kleinen Ausflug abseits vom Wettkampf-ZOS®.

Geht es Euch auch so? Je mehr man sich mit Turnieren, Prüfungsordnungen, etc. beschäftigt, desto mehr verliert man aus den Augen, was man eigentlich noch alles tolles mit seinem Hund machen kann. Abseits von Wettkampfregeln und Punktejagd. 🙂

Wahrscheinlich machen ganz schön viele Menschen ZOS®, ohne Turnierambitionen zu hegen. Vielleicht, weil sie selbst kein Typ für Turniere sind oder weil der Hund (noch) zu jung, bereits zu alt oder gehandicapt ist oder die Atmosphäre auf einem Turnier zu aufregend für das Team ist. Egal warum, auch außerhalb der vorgegebenen Suchdisziplinen ist ZOS® äußerst reizvoll und abwechslungsreich.

Der absolute Vorteil beim Zossen ist: Man kann es wirklich nahezu immer und überall trainieren. Während man bei vielen anderen Hundesportarten recht viel Platz braucht, bestimmtes Equipment für einen Parcour, vielleicht sogar noch einen Helfer, kommt die ZOS-Zielobjektsuche ohne große Hilfsmittel aus.
Es reicht der ZOS® -Gegenstand und Belohnungskekse für den Hund. Das passt alles sehr bequem in die Hosentasche und ich muss quasi nur noch mit offenen Augen durch die Welt gehen und schauen, wo ich den Suchgegenstand für meinen Hund verstecken kann.

Die täglichen Spaziergänge können dazu ideal genutzt werden:
Mauern, Wiesen, knorkelige Bäume mit einer schönen zerfurchten Rinde, Baumstümpfe, Baumstapel am Wegesrand, Steinhaufen, Materiallager an Baustellen, Zäune, Hecken, Brückengeländer, Treppen, Wanderhütten, … Die ganze Welt ist ein Versteck!

Auch im Haus kann der Hund sehr schön beschäftigt werden:
Jeder Raum bietet unglaublich viele schöne Verstecke und neue Herausforderungen. Ein muffiger Keller, ein unaufgeräumtes Kinderzimmer (da sind die schwierigen Ablagen auf Legosteinen inklusive ;-)), das Badezimmer, … Jeder Raum wird vom Hund anders inspiziert und abgesucht. Vielleicht darf der Hund außerhalb der ZOS®-Trainingsrunden gar nicht in alle Räume des Hauses und lernt diese so erstmal richtig kennen. Und keine Angst: Hunde können sehr gut unterscheiden, ob ihr sie innerhalb einer Trainingsrunde mit in den Raum holt und am restlichen Tag eher tabu ist.
Ihr seid im Urlaub in einer Ferienwohnung? Macht doch eine Runde ZOS® und lasst Euch zu neuen Verstecken inspirieren. Überall sieht es anders aus, es gibt andere Möbel, Teppiche und fremde Gerüche, die es zu verarbeiten gilt.

Besonders viel Spaß macht auch die Autosuche:
Ob um das Auto herum oder im Auto drinnen. Der Suchgegenstand kann hier in verschiedenen Höhen versteckt und die Anzeige für den Hund so erschwert werden.
Im Auto muss der Hund sich ganz schön konzentrieren, wo er gerade hintritt, es ist eng und verbaut. Das erschwert die Sucharbeit ganz schön.

Auch die Jahreszeiten lassen sich ganz verschieden nutzen:
Hohes Gras im Sommer, Laubflächen im Herbst und Schneehaufen im Winter. Wie ihr im Video sehen könnt, ist die Suche im Schnee schwieriger als gedacht. Probiert es mal aus, der nächste Winter kommt bestimmt!

Ganz besonders schön finde ich, das man ZOS wirklich ohne großartigen Aufwand immer und überall machen kann. Ganz oft lasse ich mich vom Alltag inspirieren und probiere etwas aus, so zum Beispiel 1001 Dinge: Hierbei werden auf einer ebenen, sichtigen Fläche ganz viele kleine Gegenstände verteilt – und dazwischen Euer Suchgegenstand!
Im Video sieht man schön, das Hunde oft erstmal ganz sehr mit den Augen suchen. Das wird sie bei den ganzen verschiedenen ausgelegten Gegenständen jedoch nicht so weit bringen und die Nase muss wieder her 😉

Oder die Schuh-Suche: Bestimmt hat jeder ein volles Schuhregal zuhause. Verteilt alle Schuhe in Eurem Flur, versteckt den Suchgegenstand und lasst Euren Hund arbeiten.

Es kann so einfach sein, seinen Hund müde und glücklich zu machen und ZOS® eignet sich dafür einfach perfekt!
Lasst Euch immer mal wieder was neues einfallen, damit es nicht langweilig wird und sich Euer Hund immer wieder neu anstrengen muss (und nicht die Lieblingsverstecke von Euch im Haus abgrast und immer schneller findet ;-))

Übrigens: die ruhige und konzentrierte Anzeige ist sehr sehr schön, aber kein dringendes Muss, wenn man “nur” im Freizeit-Bereich zosst. Lasst Euch nicht entmutigen, wenn die Anzeige noch nicht ganz so perfekt ist, wie man es auf manchen Wettkampf-Videos sieht. Übung macht den Meister!

Was sind Eure liebsten “Nicht-Wettkampf-Disziplinen”? 🙂

Categories: ZOS

Susan

Susan Schulze führt die Hundeschule Pfotentrainer gemeinsam mit ihrer Mama Kerstin mitten im schönen Sachsen. Das Lieblingsthema der beiden sind sinnvolle Beschäftigungen rund um den Hund. Mit ihren 4 Cocker Spanieln sind sie selber im Hundesport aktiv: Dogdance, Dummy, Zielobjektsuche, ... Susan ist ZOS-Lizenztrainerin für Sport Level 1 und 2.

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