Was Hundehalter über den Unterschied wissen müssen (nach Swanie Simon)
Wenn man beginnt, seinen Hund nach BARF zu ernähren, tauchen plötzlich viele neue Begriffe auf – darunter zwei, die für Verwirrung sorgen können: gemahlene Knochen und Knochenmehl. Beides klingt ähnlich, doch für die Ernährung Deines Hundes macht es einen großen Unterschied, was Du verwendest.
Da Kalzium eines der wichtigsten Mineralien im BARF-Konzept ist, sollte man genau wissen, welche Form man nutzt und warum. In diesem Beitrag erkläre ich Dir einfach und verständlich die Unterschiede – ganz im Sinne der naturnahen Ernährung, wie sie Swanie Simon empfiehlt.
Was sind gemahlene Knochen?
Gemahlene Knochen sind genau das, wonach es klingt: fein zermahlene, rohe Knochen, meist aus Hühner- oder Putenhälsen. Sie sind damit die natürlichste Form, Kalzium und Phosphor zuzuführen – so, wie es ein Hund auch mit einem Beutetier aufnehmen würde.
✔ Vorteile
- Natürliche Kalziumquelle, sehr nah am Beutetierprinzip
- Enthält neben Kalzium auch Phosphor, Spurenelemente und Kollagen
- Keine Zusatzstoffe, keine Verarbeitungsschritte
- Gut geeignet für Hunde, die keine ganzen Knochen kauen dürfen
✖ Nachteile
- Kann bei empfindlichem Darm zu hartem Kot führen
- Rohkost → hygienisch wichtig
- Schlecht für Hunde, die Knochen gar nicht vertragen
- Kürzere Haltbarkeit als Knochenmehl
➡ Für wen geeignet?
Für Hundehalter, die besonders naturnah füttern wollen, und für Hunde, die roh gut vertragen.
Was ist Knochenmehl?
Knochenmehl ist ein verarbeitetes Ergänzungsprodukt, das aus getrockneten und erhitzten Knochen hergestellt wird. Es ist kein rohes Lebensmittel, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel.
✔ Vorteile
- Sehr einfache Dosierung – ideal für Anfänger
- Gut verträglich, auch bei empfindlichem Magen
- Lange haltbar und leicht zu lagern
- Perfekt für Welpen, Senioren oder tragende Hündinnen
- Gleichmäßiges, sicheres Kalzium-Phosphor-Verhältnis (je nach Hersteller)
✖ Nachteile
- Nicht so „natürlich“ wie gemahlene Knochen
- Durch Erhitzung gehen einige natürliche Bestandteile verloren
- Es gibt große Qualitätsunterschiede
➡ Für wen geeignet?
Für Einsteiger, empfindliche Hunde oder Halter, die eine präzise und unkomplizierte Kalziumversorgung möchten.
Was sagt Swanie Simon dazu?
Swanie Simon setzt im BARF-Konzept grundsätzlich auf eine naturnahe Ernährung, die sich am ursprünglichen Beutetier orientiert. Deshalb sind rohe Knochen oder gemahlene Knochen die empfohlene Basis.
ABER:
Sie betont auch, dass Knochenmehl eine sinnvolle und sichere Alternative ist, wenn:
- der Hund Rohknochen nicht verträgt,
- der Verdauungstrakt empfindlich ist,
- es sehr präzise sein muss (z. B. Welpen),
- der Halter unsicher im Umgang mit rohen Knochen ist.
Beides ist richtig – der Hund entscheidet, was passt.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Kategorie | Gemahlene Knochen | Knochenmehl |
|---|---|---|
| Naturnähe | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Dosierbarkeit | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Verdaulichkeit | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Ca/P-Verhältnis | natürlich | herstellerabhängig |
| Für empfindliche Hunde | eher schwierig | sehr gut |
| Für Welpen | nur begrenzt | optimal |
| Gefahr für harten Kot | mittel | gering |
| Rohfütterung | ja | nein |
Was ist für BARF-Anfänger einfacher?
Ganz klar: Knochenmehl.
Es lässt sich leicht dosieren, macht keine Probleme bei der Verdauung und verhindert typische Anfängerfehler wie zu viel Knochenanteil.
Wenn Du später sicherer bist, kannst Du problemlos auf gemahlene Knochen umsteigen – im Sinne der naturnahen Fütterung.
Fazit: Was solltest Du wählen?
Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“ – nur passend für Deinen Hund.
👉 Gemahlene Knochen
…wenn Du naturnah barfen möchtest und Dein Hund Rohknochen gut verträgt.
👉 Knochenmehl
…wenn Du Anfänger bist, eine exakte Dosierung brauchst oder Dein Hund empfindlich reagiert.
Beide Varianten sind fester Bestandteil einer ausgewogenen BARF-Ernährung nach Swanie Simon. Entscheidend ist, womit Dein Hund am besten zurechtkommt – und womit Du Dich sicher fühlst.

